Prozess: Biker von Straße abgedrängt?. 58-Jähriger streitet vor Gericht ab, am Unfall eines Motorradfahrers schuld zu sein.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 29. August 2019 (05:15)
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APA (Symbolbild)

„Hastig hat der Autofahrer rübergelenkt, hat, als ihn der Motorradfahrer gerade überholt hat, plötzlich stark beschleunigt und ist mitten auf der Straße gefahren“, erzählt ein Zeuge in einem Prozess gegen einen 58-Jährigen aus dem Bezirk Amstetten. Wegen Nötigung im Straßenverkehr sitzt dieser vor Gericht.

Verantwortlich für einen Sturz eines Motorradfahrers heuer im Mai in Aschbach Markt will der Angeklagte nicht sein. Von der Straße drängen habe er den Biker nicht wollen und auch keinen Fahrfehler begangen. Auch Beeinträchtigung durch den Konsum von zwei Bieren – knapp 0,5 Promille hatte der 58-Jährige damals im Blut – schließt er aus. „Man will mir Schuld zuschieben. Er ist gestürzt, weil er zu schnell war. Es hat ihn geschleudert, er hat versucht, Spur zu halten. Das ist ihm nicht gelungen“, sagt er im Prozess am Landesgericht.

Anders die Version des Bikers. „Nach der Bahnunterführung habe ich ihn mit 90 km/h überholt, er ist ruckartig rübergekommen. Ich hab’ aufgepasst, dass ich nicht mit ihm kollidiere. Der Abstand zum Auto hat gerade mal 30 Zentimeter betragen. Ein Ausweichen war nicht möglich, ich bin aufs Bankett gekommen und gestürzt“, so der 34-Jährige. Dabei erlitt er eine Luxation der Schulter, Abschürfungen und Verstauchungen.

Der Richter vertagt den Prozess auf unbestimmte Zeit. Er will ein medizinisches sowie ein kfz-technisches Gutachten einholen, bevor er ein Urteil fällt.