Breitband-Netzausbau startet 2020. Aschbach, Öhling, Allhartsberg, Kematen und Sonntagberg kommen zum Zug.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 08. Oktober 2019 (04:02)
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Symbolbild 

Das Land NÖ hat einen privaten Investor für den weiteren Ausbau des Breitband-Internets gefunden. Die Allianz Capital Partners, eine Tochter der größten europäischen Versicherungsanstalt Allianz , wird 300 Millionen Euro in das Projekt investieren. Der Plan sieht vor, zwischen 2020 und 2022 rund 100.000 weitere Haushalte in NÖ mit Glasfaseranschlüssen auszustatten. Eine eigene NÖ-Breitband-Holding wurde zu diesem Zweck schon gegründet.

Nun stehen auch die ersten Gemeinden fest, in denen der Ausbau starten wird. 12 sind es insgesamt im Land, davon fünf im Bezirk: Sonntagberg, Kematen, Allhartsberg, Aschbach und Oed-Öhling. Allerdings wird auch dort vorerst nur mit den dicht besiedelten Gebieten begonnen. „Es werden also in diesen Gemeinden etwa 60 bis 70 Prozent aller Haushalte ausgebaut. Die Bürgermeister wurden vor ein paar Tagen informiert. Gemeinsam mit der NöGiG startet in den kommenden Wochen die Nachfrageaggregation“, heißt es auf NÖN-Anfrage vonseiten der ecoplus. Ausgebaut wird ja nur dann, wenn zumindest 40 Prozent der Haushalte auch tatsächlich einen Breitbandinternetanschluss wollen.“

Schnelles Internet ist eine genau so wichtige Infrastruktur wie vor 50 Jahren das Telefonnetz oder der Kanal. Martin Schlöglhofer, Bürgermeister von Aschbach

Öhlings Bürgermeisterin, Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer, freut sich natürlich, dass ihre Kommune zu den Auserwählten zählt. „Wir haben in den letzten Jahren die Verlegung von Leerrohren konsequent vorangetrieben. Ich bin zuversichtlich, dass nun auch die Bürger mitziehen und wir bis Ende des Jahres die benötigten Anschluss-Absichtserklärungen vorweisen können. Breitband ist künftig für jede Kommune ein sehr wichtiger Standortfaktor.“

Gemeinde überlegt in Vorleistung zu gehen

Das sieht auch Aschbachs Bürgermeister Martin Schlöglhofer so. „Das schnelle Internet ist heutzutage eine genauso wichtige Infrastruktur wie vor 50 Jahren das Telefonnetz oder die Kanalisation. Wir sind mit der Verlegung von Leerrohren so weit, dass wir 90 Prozent der Haushalte abdecken können, sei es im Markt, in Abetzberg oder in Krenstetten. “

Schlöglhofer will aber auch die restlichen Bürger seiner Gemeinde rasch mit Breitbandinternet versorgen. „Wir werden uns das anschauen und für den Ausbau der verbleibenden zehn Prozent eventuell als Gemeinde in Vorleistung gehen.“ Zuvor gilt es aber genug Anschlusswillige zu finden. „Wir machen zu diesem Zweck eine Sonderausgabe der Gemeindezeitung und Anfang November auch eine Informationsveranstaltung“, kündigt Schlöglhofer an.

In Allhartsberg wird man diese Woche überlegen, wie es gelingen kann, eine 40-prozentige Zustimmung von der Bevölkerung zu bekommen. „Ganz einfach wird das nicht, da die Versorgung im Ortszentrum derzeit nicht so schlecht ist, der ländliche Bereich in dem nöGIG-Projekt aber fehlt“, sagt Bürgermeister Anton Kasser. Auch Hiesbach und Wallmersdorf finden sich nicht im Ausbauplan. Dennoch ist der Ortschef froh, dass seine Gemeinde Teil des Projekts ist. „Wir können die Breitbandversorgung aber eh nur Schritt für Schritt umsetzen“, sagt Kasser. „Jetzt machen wir einmal diesen Teil und dann werden wir uns gemeinsam mit dem Land Gedanken machen, wie es weitergeht. Ziel ist schon, in den nächsten fünf Jahren das gesamte Gemeindegebiet mit Breitbandinternet zu versorgen.“

Haushalte werden 300 Euro zahlen müssen

Die Ausbaukosten sollen 2.000 Euro pro Haushalt nicht überschreiten, diese selbst werden davon 300 Euro beisteuern müssen.

Geplant ist, dass die Landesgesellschaft nöGiG die Leerleitungssysteme der Kommunen übernimmt und an Betreiber vermietet. Über die Einnahmen werden auch die Ansprüche des privaten Investors bedient. Innerhalb von 30 Jahren soll das Netz dann wieder zur Gänze im Besitz des Landes sein.