Oper mit viel Schwung. Premiere / Die „Oper rund um“ begeistert mit einer gelungenen, schwungvollen und heiteren Inszenierung von „Der Barbier von Sevilla“ im Gasthaus Lettner in Aschbach.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 20. August 2014 (07:01)
NOEN, Rittmannsberger
Auf der Flucht vor dem herrschsüchtigen Doktor Bartolo kommen der Graf Almaviva, die schöne Rosina und Figaro, der Barbier von Sevilla, immer weiter in Bedrängnis.
Bereits zum vierten Mal wird ein spezieller Ort – bei Schönwetter vor dem Haar Atelier Aschbach, bei Schlechtwetter im Festsaal – zur Bühne für die „Oper rund um“ in der Intendanz und Regie von Anna Katharina Bernreitner.

Mit der komischen Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini, gelingt eine spannende und heitere Inszenierung. Graf Almaviva nähert sich seiner Angebeteten Rosina inkognito unter dem Namen Lindoro. Die Maskerade hat zwei Gründe: Zum einen will er ausschließen, dass sich Rosina nur wegen seines Titels in ihn verliebt, zum anderen, um den geldgierigen Dr. Bartolo zu täuschen, der selbst überlegt, die reiche Rosina zu heiraten.

Um in das Haus seiner Geliebten zu gelangen, rät ihm der örtliche Friseur Figaro, zu Verkleidungen, einmal als betrunkener Soldat und ein anderes Mal als Musiklehrer. Im ersten Akt – als Soldat verkleidet – gelingt es dem Grafen tatsächlich, Rosina einen Liebesbrief zuzustecken. Im zweiten Akt – als Musiklehrer getarnt – kommt er ihr beim Gesangsunterricht näher, und beide gestehen sich ihre Liebe.

Kurzweiliger Musikgenuss mit bester Unterhaltung

Almaviva plant daraufhin, Rosina nächtens aus dem Hause Bartolos, ihres Vormundes, zu befreien. Mit einer wohldosierten Melange aus Opernseligkeit und einer großen Portion Schwung weckt die Wiener akademische Philharmonie, unter Raphael Schluesselberg, die Lust an dieser Musik. In der leichtfüßigen Inszenierung von Anna Katharina Bernreiter haben und nutzen die Darsteller alle Möglichkeiten, ihr sängerisches und schauspielerisches Können auszukosten.

Das Publikum darf sich auf kurzweilige Stunden, bei feinem Musikgenuss, mit bester Unterhaltung freuen und über manch besonderen Gag schmunzeln. Richard Klein gibt einen prägnanten Graf Almaviva, Marcell Krokovay erfreut als Doktor Bartolo, Katharina Morfa punktet als quirlige, kokette Rosina und Philippe Spiegel würzt als Figaro ganz ordentlich das Geschehen. Die Ausstattung ist multifunktional wie detailreich, interessante Kostüme unterstreichen die Charaktere.