Rohrbrüche und Verstopfung! Wasserzufuhr war lahmgelegt. Zuerst gab es in Vorwoche in Aschbach zwei Rohrbrüche, dann war auch noch Hauptleitung verstopft.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 04. September 2018 (05:05)
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Aschbach - Rohrbrüche und Verstopfung! Wasserzufuhr war lahmgelegt
Kleiner Gegenstand, große Wirkung. Dieser Propfen verstopfte die Wasserleitung.
Gemeinde Aschbach

Zwei Rohrbrüche und eine verstopfte Hauptwasserleitung: Mit diesem eigentlich mehr als unwahrscheinlichen Szenario sahen sich in der Vorwoche die Verantwortlichen der Gemeinde Aschbach konfrontiert. Die erste Hiobsbotschaft erreichte Bürgermeister Martin Schlöglhofer am Samstag, 25. August.

Schaden behoben: Zum Aufatmen blieb keine Zeit

„Ich war schon auf der Fußwallfahrt nach Mariazell, als ich einen Anruf bekam, dass wir im Bereich des 70er-Hauses in Riesing einen Rohrbruch haben. Wir haben das Problem mithilfe eines Provisoriums gelöst, um über das Wochenende zu kommen und die betroffenen Häuser versorgen zu können“, berichtet er.

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Im Bereich Kruckenberg ging am Montag eine Leitung in Bruch.
Gemeinde Aschbach

Am Montag wurde der Schaden behoben. Zum Aufatmen blieb aber keine Zeit, denn wenig später wurde ein erneuter Leitungsbruch gemeldet, diesmal im Bereich Kruckenberg (Nähe Spar-Kreisverkehr). Wieder waren mehrere Gebäude ohne Wasser. Am Dienstagvormittag war auch dieses Rohr geflickt.

Doch am Nachmittag um 15 Uhr kam es erst recht knüppeldick. Plötzlich floss durch die Hauptleitung aus Waidhofen überhaupt kein Wasser mehr ins Aschbacher Netz. „Wir konnten förmlich zusehen, wie der Pegel im Hochbehälter sank und wussten, dass wir in einigen Stunden keinen einzigen Haushalt mehr versorgen können würden“, schildert Schlögl- hofer die Dramatik der Lage.

Auch Ortschef bis zwei Uhr Früh im Einsatz

Fieberhaft wurde nach der Ursache gefahndet und im Bereich der Übergabestation Göstling, wo sich die aus Waidhofen kommende Leitung von 250 mm auf 80 mm verjüngt, wurde man schließlich fündig. Eine Art Gummi-Kunststoff-Pfropfen hatte das Rohr an dieser Stelle praktisch zugestöpselt.

„Es handelt sich offenbar um einen Teil einer Wasseranlage, der sich gelöst hat und mitgeschwemmt wurde“, sagt Schlöglhofer. Mit einer Kamera wurde der genaue Standort des Fremdkörpers ermittelt, dann das Rohr aufgeschnitten und dieser entfernt. Am Mittwoch um zwei Uhr früh floss wieder Waidhofner Wasser ins Aschbacher Netz.

„Ich bin wirklich allen, die geholfen haben, das Problem zu lösen, für ihren Einsatz sehr dankbar. Angefangen von Roland Mayrhofer, über meine Mitarbeiter am Gemeindeamt, die Informationszettel an die Haushalte verteilt haben, bis zu den Bauhofmitarbeitern“, sagt Schlöglhofer. Er selbst war natürlich auch bis zwei Uhr früh am Mittwoch im Einsatz. „Der Bürgermeister muss dabei sein – wenn er auch bei der Reparatur nicht helfen kann, dann zumindest als moralische Stütze.“

Erst im Winter brach Hauptwasserleitung

Erfahrung mit Wasserrohrbrüchen hat Schlöglhofer ja schon einige. Erst letzten Winter ging die Hauptwasserleitung kaputt. Dass sich die Schäden in Aschbach häufen, liegt natürlich auch am Alter der Rohre. Die sind zwischen 25 und 35 Jahre alt. „Wir stellen aber auch immer wieder fest, dass damals bei der Verlegung Fehler begangen wurden. Entweder liegen Rohre auf Steinen oder sie wurden unter Spannung verlegt und das ermüdet das Material“, sagt der Ortschef.

Die Probleme zeigten, wie wichtig es sei, die Infrastruktur auf neuestem Stand zu halten. „Wir sind ja auch ständig dabei, alte Wasserleitungen zu erneuern. “ Für den Ortschef ist es aber kein Muss, dass jedes Haus am öffentlichen Netz hängt.

„Wenn jemand einen guten Brunnen hat, soll er diesen nutzen können. Dafür müssen aber zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Er darf nicht mit dem öffentlichen Netz verbunden sein, damit es zu keiner Verkeimung unserer Leitungen kommen kann, und die Besitzer müssen in regelmäßigen Abständen einen Nachweis erbringen, dass die Qualität ihres Brunnenwassers stimmt“, sagt Schlöglhofer.