Asyl abgelehnt: Iraner schnitt sich Adern auf. Asylwerber in Haus in der Ardaggerstraße hält die Polizei in Atem.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 28. Dezember 2016 (05:02)
Symbolbild
APA (Webpic)

In der letzten Woche häuften sich Anfragen bei der NÖN über Vorfälle in einem Haus in der Ardaggerstraße. Mehrmals seien dort Polizeiautos vorgefahren hieß es und sogar von Blut verschmierten Gängen im Haus war die Rede.

Auf Anfrage der NÖN bestätigte Inspektionskommandant Oliver Zechmeister, dass es tatsächlich Einsätze in dem Haus gegeben habe.

Schon am 7. Dezember wurde die Polizei gerufen, weil sich ein 27-jähriger Asylwerber aus dem Iran auf dem Gang im zweiten Stock die Pulsadern aufgeschnitten hatte. Der Mann hatte kurz zuvor einen negativen Asylbescheid bekommen und muss nun mit der baldigen Abschiebung rechnen.

Polizisten konnten die Verzweiflungstat verhindern

Mitbewohner entdeckten den Asylwerber, verbanden notdürftig seine Wunden und alarmierten die Beamten. Der junge Mann wurde von der Notärztin versorgt. Doch plötzlich riss er sich los und rannte auf den Balkon eines Zimmers im zweiten Stock, um sich hinabzustürzen. Ein Polizist und eine Polizistin bekamen ihn gerade noch zu fassen und konnten die Verzweiflungstat verhindern.

Der Mann wurde ins Krankenhaus Amstetten eingeliefert und danach ins Landesklinikum Mauer gebracht. Dort wurde er nach zwei Tagen wieder entlassen.

Am späten Nachmittag des 16. Dezember sorgte der Mann erneut für einen Polizeieinsatz. Diesmal versuchte der Iraner zwar nicht, sich umzubringen, zertrümmerte allerdings ein Fenster und schlug gegen Wände.

Der Mann wurde daraufhin erneut ins Klinikum nach Mauer gebracht. „Wir verstehen, dass die Bewohner des Hauses verunsichert sind. Wir können aber nur im Rahmen unserer Befugnisse einschreiten. Ob und wann der Mann aus dem Spital entlassen wird und auch wann die Abschiebung erfolgt, liegt nicht in unserer Entscheidungskompetenz“, sagt Zechmeister.