Mauer , Amstetten

Erstellt am 28. November 2017, 04:32

von Hermann Knapp

Nach Waldheim nun auch Containerdorf Mauer geschlossen. Waldheim wurde ja schon im Sommer zugemacht. Bis 30. November siedeln nun auch die letzten Flüchtlinge aus Mauer ab.

Menschen für Menschen in Mauer: Ziemlich genau zwei Jahre haben sich viele Freiwillige beim Containerdorf engagiert. Nun siedeln die letzten Flüchtlinge ab. Kitty Kiss von der Firma SLC und Ortsvorsteher Anton Ebner montieren das Plakat ab.  |  Knapp

Mit 30. November ist auch das Containerdorf in Mauer Geschichte. Die letzten 20 Flüchtlinge, die sich dort noch aufhalten (17 Männer und eine dreiköpfige Familie) werden in den nächsten Tagen absiedeln. Sie kommen in feste Quartiere im Bezirk (Hollenstein, St. Georgen am Ybbsfelde, aber auch zum Beispiel Strass im Strassertal bei Krems) oder haben sich Privatunterkünfte organisiert.

Die Container in Mauer und Waldheim bleiben vorerst noch stehen. Der hauptsächliche Grund dafür: Bund und Land sind sich nicht einig, wem sie eigentlich gehören. Bis das geklärt ist, können sie nicht verkauft werden. Private Interessenten gäbe es laut SLC.  |  Hermann Knapp

Aber nicht nur im Mostviertel, sondern überall in NÖ werden die Containerdörfer geschlossen und die Asylwerber in feste Quartiere übersiedelt. In der Spitzenzeit hat die Firma SLC Europe rund 2.500 Flüchtlinge betreut, jetzt sind es nur noch 980.

„Im Containerdorf in Mauer hat die Betreuung sehr gut funktioniert. Es gab zwar hin und wieder dorfintern Differenzen zwischen den Bewohnern, aber auch die hielten sich in Grenzen. Alle Befürchtungen, die Aufnahme der Flüchtlinge könnte negative Auswirkungen auf Mauer haben, haben sich nicht bewahrheitet“, sagt Kitty Kiss von der Firma SLC.

Besonders lobend hebt sie die Hilfsbereitschaft vieler Bürger hervor. „Das hat bei der Abhaltung von Deutschkursen angefangen, über Begleitdienste zu Ämtern und Behörden und ging bis zu einem Gartenprojekt, das auch reiche Ernte brachte“, sagt Kiss. Für diese Initiative erhielt Mauer vom Land sogar eine Auszeichnung.

„Da ist natürlich auch ein Stück Integration passiert“

Ortsvorsteher Anton Ebner hebt auch die Vereine hervor. „Die Union ist selbst auf mich zugekommen und hat angeboten, dass die Dorfbewohner in der Halle spielen dürfen, weil sie ja auch Bewegung brauchen. Umgekehrt haben die Asylwerber dann bei Vereinsfesten mitgeholfen. Da ist natürlich auch ein Stück Integration passiert“, sagt der SP-Politiker.

Auch aus seiner Sicht haben sich Befürchtungen mancher Bürger nicht bewahrheitet. Mir ist kein Vorfall im Ort Mauer bekannt, in den ein Flüchtling verwickelt gewesen wäre.“

Im Jänner werden Ortsvorsteher Anton Ebner, Vizebürgermeisterin Ulrike Königsberger-Ludwig und Bürgermeisterin Ursula Puchebner die „ehrenamtlichen Engel“ zu einem Fest einladen, um ihnen persönlich ihren Dank auszusprechen.