Aufatmen bei den Bauern

Erstellt am 15. Mai 2012 | 00:00
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Web-Artikel 8939
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NEUREGELUNG /  Sanktionsmechanismus bei Ökopunkten wird geändert - Strafen für Abweichungen reduzieren sich dadurch.
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Freuen sich über die Lösung v.l.n.r.: Landtagsabgeordneter Ing. Andreas Pum, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ Ing. Hermann Schultes, Agrarlandesrat Dr. Stephan Pernkopf und Landtagsabgeordneter Anton Kasser. MONIHART
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VON HERMANN KNAPP

BEZIRK AMSTETTEN / Vielen Landwirten im Bezirk - besonders im Ybbstal und im Raum Neustadtl - drohten nach AMA-Kontrollen harte Strafen.

Betroffen waren vor allem Bauern, die im Rahmen des Öpul-Umweltprogrammes auf Ökopunkte setzten. Schon wegen geringer flächenmäßiger oder inhaltlicher Abweichungen wurden sie zu drastischen Förderrückzahlungen verdonnert (die NÖN berichtete). Hollensteiner Almbauern wurden gar 43.000 Euro in Rechnung gestellt. Viele Betriebe sahen sich in ihrer Existenz gefährdet.

Nun können die Bauernvertreter aber Entwarnung geben: „In intensiven Verhandlungen mit dem Landwirtschaftsministerium und der Agrarmarkt Austria AMA konnten wir in der Frage der Ökopunktsanktionen eine Lösung im Sinne der Bauern finden“, überbringt Agrarlandesrat Dr. Stephan Pernkopf eine frohe Botschaft. Künftig soll im Ökopunkteprogramm ein zweistufiger Sanktionsvorgang gelten und nicht wie bisher ein einstufiger.

Flächenabweichungen  nun gesondert beurteilt

VP-Landtagsabgeordneter Andreas Pum erklärt, was das den Bauern für Vorteile bringt: „Im Ökopunktesystem verpflichten sich die Bauern zu Umweltleistungen und bekommen dafür Prämien ausbezahlt. Doch schon geringe Abweichungen hatten harte Folgen, weil Flächenabweichungen genauso streng sanktioniert wurden wie qualitative oder inhaltliche Abweichungen. Künftig werden Flächenabweichungen nun allerdings anders geahndet und die Sanktionen dadurch deutlich gemildert.“

Zudem, so Pum, sei die Toleranzgrenze für Abweichungen bei den Ökopunkten von drei auf zehn Prozent angehoben worden. Die AMA bekommt nun viel zu tun. Denn sie muss alle seit 2007 verhängten Sanktionen nochmals überprüfen. Das Ergebnis wird den Bauern im Juni bzw. im November mitgeteilt. Pum geht davon aus, dass von den rund 350 betroffenen Bauern im Kammerbezirk Amstetten etwa 80 Prozent mit einer deutlichen Sanktionsmilderung rechnen dürfen.

Groß ist die Erleichterung über die neue Regelung natürlich auch im Ybbstal. Dort hat ja Landtagsabgeordneter Anton Kasser in den letzten Monaten die AMA vehement attackiert und eine Systemänderung gefordert. „Gemeinsam konnten wir das Schlimmste abwenden und für die Bauern und Bäuerinnen ein gutes Resultat erkämpfen. Zahlreiche Existenzen hängen von dieser Lösung ab. Die Menschlichkeit hat zum Glück gesiegt“, sagt Kasser.

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