Schüler beleuchten die Schrecken der NS-Zeit. Im Rahmen eines Forschungsprojektes sollen Schüler der Fachschule lokale Geschichte in Mauer-Öhling näher beleuchten.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 21. September 2017 (04:44)
Tina Frischmann, Phi
Stephanie Turner

Was ist zur NS-Zeit tatsächlich in der Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling mit vielen der Patienten passiert? Und was ist in den Köpfen der Bevölkerung dazu an Wissen erhalten geblieben? Um diese Fragen dreht sich das Forschungsprojekt „Sparkling Science“ der ersten Klassen des Aufbaulehrgangs Wirtschaft (ALW) der Fachschule Amstetten, das unter dem Namen „,Geschlossene‘ Anstalt? – Die Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling in der NS-Zeit und im kollektiven Gedächtnis“ gestartet wurde (siehe unten).

„Nebel im August“ und Publikumsgespräch

Bei der Auftaktveranstaltung im Rathaussaal am Donnerstag, 14. September, gab es nun die Möglichkeit, sich zu dieser Thematik auszutauschen und Informationen zum Projekt zu erhalten. Nach der Begrüßung durch Nationalratsabgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig und Martha Keil, Direktorin des INJIOEST, wurde der Film „Nebel im August“ gezeigt, der aufwühlende Parallelen zur Wirklichkeit in der Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling bot.

Anschließend gab es noch ein Publikumsgespräch mit Historiker Philipp Mettauer unter der Moderation von Thomas Buchner. Wegen des hohen Besucherandrangs wurde ein Zweittermin angekündigt, dessen Zeitpunkt derzeit noch nicht feststeht.

Zum Ablauf des Forschungsprojektes: Die Schüler der ersten Klassen des ALW werden sich über einen längeren Zeitraum hinaus im Rahmen von Workshops mit dem Konstrukt „Behinderung“ zur NS-Zeit und mit Begriffen und der Ideologie der NS-“Euthanasie“ auseinandersetzen. Gleichzeitig soll dazu auch die Geschichte Mauer-Öhlings näher beleuchtet werden.

Suche nach Freiwilligen für Interviews

In den daran anknüpfenden Projektmonaten werden anschließend Biographien sowie die Gedächtniskultur erforscht, lokale Medien analysiert und Interviews mit Personen geführt, die Erinnerungen oder Wissen zu der Thematik haben. Diese Ergebnisse werden abschließend im Rahmen einer Ausstellung und wissenschaftlicher Vorträge voraussichtlich Ende Juli 2019 präsentiert. Zusätzlich wird es für die Schüler noch die Möglichkeit geben, freiwillig an einem Dokumentarfilm und an einem Denkmalprojekt mitzuwirken. Laufend werden die Schüler dabei von Wissenschaftlern in ihren Forschungsprozessen unterstützt.

Es werden noch Interviewpartner gesucht, die etwas zu den Geschehnissen und der Situation in Mauer-Öhling zur NS-Zeit berichten können. Interessierte können sich bei der Stadt oder der INJOEST melden.