Bezirk Amstetten: Schuldspruch für Alkolenker

Erstellt am 28. November 2021 | 15:18
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Alkolenker Symbolbild Auto Glas Alkohol Unfall
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Foto: Bilderbox.com
42-Jähriger fuhr mit 1,9 Promille gegen Scheune und verletzte Mitfahrer zum Teil schwer: hohe Geldstrafe plus Haftstrafe.
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Bier, Mischgetränke und gute Stimmung, dann das böse Erwachen im Krankenhaus – ein 42-Jähriger aus dem Bezirk Amstetten verbrachte einen geselligen Abend mit Freunden. In der Nacht baute er dann einen Autounfall.

Wie es dazu kam, weiß er nicht mehr, er kann sich an nichts mehr erinnern, wie er vor Gericht mit betretener Stimme sagt. Passiert ist laut Polizei Folgendes: Nachdem sie schon einiges getrunken hatte, wollte die Gruppe gegen ein Uhr nachts noch zu einem Gasthaus in der Nähe fahren. Nach einem Kilometer auf dem Güterweg Peilstein in Ertl (Bezirk Amstetten) kam der Mann mit dem Auto von der Fahrbahn ab und fuhr gegen eine Holzscheune. Dabei wurden Scheune und Auto beschädigt. Der Fahrer verletzte sich selbst am Kopf und erlitt eine Rippenprellung, einer der Mitfahrer wurde schwer verletzt, ein anderer leicht und einer kam ohne Verletzungen davon. Die Alkoholkontrolle zwei Stunden später ergab 1,9 Promille beim Fahrer.

Jetzt sitzt er wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Strafrichter. „Ich finde das unverzeihlich, es tut mir so leid, was passiert ist“, sagt der Angeklagte leise und blickt zu Boden. Er trinke eher selten Alkohol, warum er in dieser Nacht noch ins Auto gestiegen sei, könne er sich selbst nicht erklären. Ohne Alkohol wäre er in der Kurve auch sicherlich nicht von der Straße abgekommen, gesteht er zu. Einer der beiden Verletzten verzichtet auf Schmerzensgeld, der zweite überlegt es sich noch. Der 42-Jährige ist bereit, Entschädigung zu zahlen. Weil der Angeklagte durch seine fehlenden Erinnerungen kein Geständnis ablegen kann, fällt ein solches als Milderungsgrund weg. Er übernimmt aber die volle Verantwortung, hat keine Vorstrafen und macht einen reumütigen Eindruck auf den Richter.

Das Urteil: Eine Geldstrafe von 4.800 Euro plus eine bedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten mit dreijähriger Probezeit. Der Mann nimmt das Urteil an, will die Geldstrafe zahlen und: „Ich habe daraus gelernt, ich werde eine lange Zeit nichts mehr trinken“. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Laut seinem Verteidiger Hans-Jürgen Riedl hat sich sein Mandant bereits wegen des Schadens an der Scheune mit dem Besitzer geeinigt.

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