Rennradfahrer erlebten besondere Wallfahrt-Tour. 13 Hobby-Rennradfahrer zwischen 35 und 75 Jahren aus dem Mostviertel besuchten an zwei Tagen drei Basilikas und fünf Stifte. Der Sonntagberg forderte am Ende alle Kräfte.

Von Daniela Führer. Erstellt am 02. Juli 2020 (05:56)
Die Basilika in Mariazell war das erste Etappenziel der Radpilgergruppe (von links): Andreas Kloimwieder, Othmar Ehebruster, August Zehetgruber, Johann Deinhofer, Ernst Schörghuber, Johann Rafetseder, Günther Boxhofer, Karl Kaltenbrunner, Jürgen Fuchs, Roman Zeitlhofer, Walter Schwandl, Andreas Haag und Laszlo Kilyen.
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Am Tag nach Christi Himmelfahrt war es für eine 13-köpfige Truppe des Euratsfelder Radtreffs soweit: Kein Himmelfahrtskommando, aber doch eine äußerst schweißtreibende Fahrt war es, die die Hobbysportler aus Euratsfeld und Umgebung vor sich hatten.

„Vor vier, fünf Jahren radelten wir an nur einem Tag drei Basilikas ab. Daraufhin entwickelte sich die Idee, noch fünf Stifte in diese Tour aufzunehmen. Dafür haben wir die Fahrt aber auf zwei Tage ausgedehnt“, berichtet der geschäftsführende Gemeinderat und Mesner Andreas Haag.

Es waren schließlich 341 Kilometer und 3.400 Höhenmeter, die von den Rennradfahrern im Alter von 35 und 75 Jahren zurückgelegt wurden. Der erste Tag führte sie über den Hochkogel und Pfaffenschlag nach Lunz und den Zeller-Rain direkt nach Mariazell. Weiter ging es über den Traisentalradweg nach Lilienfeld und als Tagesabschluss wurde nach 176 anstrengenden Kilometern die Stiftskirche in Herzogenburg besucht.

Die steile Auffahrt zum Stift Göttweig verschaffte am nächsten Morgen der ganzen Truppe nicht nur einen schlagartig hohen Blutdruck, sondern auch einen traumhaften Ausblick in das Kremserland und die Wachau. Steter Rückenwind trieb die Rennradpilger mit durchschnittlich 30 km/h flussaufwärts zum Stift Melk und weiter zur Basilika Maria Taferl.

Tourhighlight war schließlich der Besuch des Stiftes Seitenstetten und von Abt Petrus, gebürtiger Euratsfelder, der sich mit gewohnter Menschlichkeit, Witz und einer kühlen Getränkespende sehr gastfreundlich zeigte. Der Sonntagberg wurde zum Abschluss westseitig über den Lueggraben angefahren.

„Der Sonntagberg ist etwas Besonderes! Und er ist schon an normalen Tagen eine Herausforderung. Bei 30 Grad am späten Nachmittag und mehr als 300 Kilometern in den Waden ist er umso anstrengender“, beschreibt Andreas Kloimwieder, Präsident des Euratsfelder Radtreffs, die Fahrt zum letzten Etappenziel, ehe alle müde und mit starkem Gegenwind die Heimfahrt antraten.

Tourenleiter, Vollblutradler und Umweltfreund Karl Kaltenbrunner kam so übrigens seinem Ziel, die Strecke Erde–Mond–Erde mit insgesamt 406.000 Kilometern per Fuß und Rad zurückzulegen, wieder ein Stück näher.