CWS schließt Wäscherei in Amstetten. Firma lässt Wäsche künftig in Bratislava waschen. 55 von 108 Beschäftigen verlieren Job.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 03. Dezember 2019 (03:35)
In den Hallen der Firma CWS in der Dieselstraße wird spätestens Ende Oktober 2020 Stille einkehren. Das Unternehmen verlegt die Wäscherei nach Bratislava.
Kovacs

Eine Hiobsbotschaft verkündete die Unternehmensführung der CWS Gruppe am Mittwochnachmittag bei einer Betriebsversammlung den Mitarbeitern in Amstetten. Die Wäscherei wird vom Standort Amstetten (Dieselstraße) nach Bratislava übersiedeln. 55 der derzeit 108 Mitarbeiter vor Ort werden daher ihren Job verlieren. Im Sommer 2020 wird mit der Verlagerung in die Slowakei begonnen, Ende Oktober wird der Waschbetrieb in Amstetten eingestellt.

Aktuell bereitet die CWS Workwear GmbH Produkte für den österreichischen Markt an drei Standorten auf: Amstetten, Bratislava (Slowakei) und Cakovec (Kroatien). Um Berufskleidungskunden aus dem österreichischen Markt aus einer Hand zu bedienen, soll zukünftig die Bearbeitung aller Workwear-Produkte an einem Standort zusammengeführt werden. „Wir wollen zentrale Standards etablieren und dafür ist die Verlagerung des Waschbetriebs von Amstetten nach Bratislava unumgänglich“, begründet Matthias Hellwig, Director Operations Workwear der CWS Gruppe, die Entscheidung.

Von der Slowakei aus lasse sich vor allem auch der Wiener Raum (die Entfernung zwischen Wien und Bratislava beträgt nur knapp 80 Kilometer), der für die CWS eine attraktive Wachstumsregion sei, optimal betreuen. Kosten- und Lohnstrukturen spielten bei der Entscheidung zwar auch eine Rolle, seien aber nicht der vorrangige Beweggrund.

Kundenbetreuung und Fuhrpark bleiben

Die CWS will nach wie vor aber in ganz Niederösterreich und darüber hinaus ihre Dienste anbieten. Auch aus diesem Grund werden das Depot für Servicelogistik (Fuhrpark, Lager) sowie die Kundenbetreuung in Amstetten bestehen bleiben. Den längeren Transportweg der Wäsche aus der Region nach Bratislava und retour nimmt man in Kauf.

Man sei sich bewusst, dass der Schritt für die betroffenen Mitarbeiter schmerzlich sei, räumt Hellwig ein. „Aber wir bemühen uns, ihn möglichst sozialverträglich abzufedern und erarbeiten deshalb gemeinsam mit dem Betriebsrat frühzeitig einen entsprechenden Sozialplan.“

Betriebsrätin Gisela Zipfinger kämpft um einen „anständigen Sozialplan.“
SPÖ

Betriebsrätin Gisela Zipfinger hat von der geplanten Schließung der Wäscherei auch erst am Mittwochnachmittag erfahren und ist natürlich sehr betroffen. „Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir können jetzt nur versuchen, gemeinsam mit Gewerkschaft und Arbeiterkammer einen anständigen Sozialplan zu erreichen. Viele der Mitarbeiterinnen sind zwischen 45 und 50 Jahre“, sagt sie. Auch sie selbst steht gut zwei Jahre vor der Pensionierung.

Ab nächster Woche soll nun über den Sozialplan verhandelt werden. Mit dabei ist vonseiten der Produktionsgewerkschaft PRO-GE Christian Pichler. „Dass zugesperrt wird, daran führt kein Weg vorbei. Wir können nun nur noch versuchen, das Beste für die Mitarbeiter herauszuholen. Dass es einen Sozialplan geben wird, ist fix, ob wir auch eine Stiftung machen, um Leute umzuschulen, darüber werden wir verhandeln“, sagt der Regionalsekretär.

Die Gespräche sollen schon diese Woche beginnen. Pichler fürchtet, dass es für die Frauen schwierig werden wird, einen anderen Arbeitsplatz zu finden, vor allem für jene mit Migrationshintergrund, die auch nicht so gut Deutsch sprechen. „Wir werden aber natürlich alle bestmöglich unterstützen“, verspricht er.