Tierschutz im Mostviertel: „Brauchen Tierheim“

Das Ehepaar Hausleitner ist momentan völlig ausgelastet. 24 Tiere sind Teil ihres Haushalts. Nächste Anlaufstelle ist St. Pölten.

Katharina Kreisa Erstellt am 22. September 2021 | 04:01
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Christine Hausleitner füttert die neun kleinen Kätzchen in den ersten vier bis fünf Wochen mit der Flasche.
Foto: Tierschutzverein

23 Katzen, ein Hund, drei Rehkitze und zahlreiche Enten, Tauben und Hühner im Garten. Diese Tiere beheimatet momentan das Ehepaar Hausleitner in seinem Privathaus in Wallsee. Seit 2009 ist Ernst Hausleitner Obmann des Tierschutzvereins Region Amstetten. Seine Frau Christine ist Stellvertreterin und widmet sich hingebungsvoll dem Wohl der Tiere. „Wir ziehen Tiere auf, lassen sie ärztlich behandeln und vermitteln sie weiter. Katzen lassen wir altersgerecht kastrieren. Momentan sind wir aber voll ausgelastet“, sagt Hausleitner. Die neun kleinsten Bewohner füttert sie alle drei Stunden Tag und Nacht in den ersten paar Wochen.

Laut dem Ehepaar ist der Bedarf für ein Tierheim im westlichen Mostviertel definitiv gegeben: „Wir würden es dringend brauchen.“. Die Tierheime befinden sich aber vermehrt im Osten Niederösterreichs.

Drei Mal waren die Hausleitners schon im Landhaus und haben den Verantwortlichen dort die prekäre Situation im westlichen Mostviertel geschildert, doch vergebens. „Für uns ist St. Pölten die nächste Anlaufstelle. Von dort müssen die Tiere zur Behandlung geholt werden“, meint die Wallseerin. Das Ehepaar kümmert sich deshalb um Tiere aus den Bezirken Amstetten, Melk, Scheibbs und Perg. Darunter rund 200 Katzen im Jahr.

„Der Zustand, in dem die Tiere zu uns kommen, ist grauenhaft. In verschlossenen Schachteln, Mistkübeln oder ohne Schwanz und Ohren. Teilweise werden die Tiere vor unserer Haustüre aus dem Autofenster geworfen“, berichtet sie. Auch sehr kranke und trächtige Tiere finden bei den Hausbergers ein vorübergehendes Zuhause. Hunde seien oft nicht registriert oder gechipt, wodurch der Besitzer schwer auffindbar sei.

Vom Landestierschutzverband werden wir jährlich mit 900 Euro unterstützt. Noch nie hat diese Summe für die Versorgung der Tiere ausgereicht. Deshalb bedanken wir uns herzlich bei allen, die uns mit Futter und Streuspenden unterstützen“, freut sich Hausleitner. Ein besonderer Dank gilt auch der Stadtgemeinde Amstetten, die das Ehepaar Jahr für Jahr mit einer Subvention unterstützt. Seit Anbeginn der Corona-Pandemie sei diese aber merklich weniger geworden. Es herrsche ein Katzenboom, da viele Tiere nicht kastriert wurden.

Interessenten besucht das Ehepaar stichprobenartig, um eine gute Verpflegung sicherstellen zu können. Nur wenn das Gefühl stimmt, wird das Tier übergeben. Das Leid soll ihnen nur einmal widerfahren.

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