„Noahs Fest“ in Seitenstetten eröffnet

Erstellt am 24. Januar 2022 | 05:33
Lesezeit: 3 Min
Die Sintflut als erster Lockdown? Bildungszentrum St. Benedikt zeigt Kunstwerke und Textbeiträge, die von der biblischen Geschichte über Noah inspiriert wurden.
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Die Sintflut ist aus der Bibel gut bekannt: Noah, ein Ackerbauer, war der Erste, der einen Weinberg pflanzte. (Genesis 9,20), wie oftmals in einem unterhaltsamen und gut bekannten Volkslied besungen wird. Noah, das ist auch der bärtige Alte, der seine Familie und die Tiere im Auftrag Gottes paarweise in die Arche packte und so die große Flut, die alles auf der Erde vernichtet hatte, überlebte.

Nach der Sintflut war Neubeginn notwendig, und Noah feierte – das wissen nicht alle – daraufhin ein rauschendes Fest. „Noah genießt die Frucht des Weinbergs und feiert – das bedeutet, auch nach einer schwierigen Krisenzeit kreativ zu sein und etwas Neues anzufangen“, formuliert Elisabeth Birnbaum, die Direktorin des Katholischen Bibelwerks.

Wenn man nun die Sintflut als den allerersten Lockdown deutet, dann war auch in der ersten „Pandemie-Atempause“ die Zeit reif für Neues: So haben sich schon im Herbst 2020 nach einer Idee von Doris Kloim stein sieben Schriftsteller und sieben Maler zu solch einem „Fest“ in Form eines mittelalterlichen „Skriptoriums“ inspirieren lassen, um im Stift Seitenstetten diese alte Tradition der mittelalterlichen Schreibstube – damals zum Duplizieren von Texten – wiederaufleben zu lassen und künstlerisch tätig zu werden. Diese Künstlerklausur war eine Woche des Dialogs zwischen Kunst und Bibel im Rahmen der von der Bischofskonferenz ausgerufenen Bibeljahre.

Die interessanten wie ungewöhnlichen künstlerischen Resultate sind zu einer Art Stundenbuch – einem dem Brevier nachempfundenen Gebets- und Andachtsbuch – zusammengefasst worden. Nun aber stellt diese gelungene Ausstellung im Bildungszentrum St. Benedikt den stimmigen Abschluss dieses einmaligen Projektes dar. Zu sehen sind zwischen den tiefsinnigen und ganz unterschiedlichen Texten die Werke der sieben Maler, deren Bilder in ganz unterschiedlicher Art und Technik angefertigt worden sind. So finden sich in Mischtechnik mit handbemalter Baumwolle und Seide geschaffene freie Stickereien genauso wie Rost und Pigmente auf Leinwand in Form einer Trilogie mit den Titeln „Chaos – Harmonie – Freude“.

Das Buch zur Ausstellung „Noahs Fest – eine Art Stundenbuch“ ist im Bildungshaus oder beim Kral-Verlag (ISBN 9-783991-030218) zu erwerben. Die Ausstellung ist bis 30. Jänner zu den Büroöffnungszeiten des Bildungshauses St. Benedikt für alle Interessierten frei zugänglich.

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