Breite Ablehnung zum NEOS-Vorschlag in Amstetten. Für viele nicht umsetzbar ist eine autofreie Amstettner Innenstadt. Gefordert wird von den Kaufleuten jedoch eine rasche Attraktivierung.

Von Otmar Gartler. Erstellt am 03. März 2021 (05:03)

Diskussionen über den Amstettner Hauptplatz und seine Gestaltung sind wahrscheinlich so alt wie der Hauptplatz selbst. Zahlreiche Bürgermeister, Gemeinderäte, Experten und Bürger haben sich in den letzten Jahrzehnten den Kopf darüber zerbrochen, wie das Stadtzentrum aussehen könnte. Die Vorschläge reichten von einer Fußgängerzone bis zu einer Unterführung oder sogar Untertunnelung des Hauptplatzes. Die letzte gravierende Umgestaltung passierte im Jahr 1992, als ein großer Teil des Hauptplatzes und das Fischlmayrgassl zur autofreien Zone erklärt wurden.

Derzeit wird ein Vorstoß der NEOS in Richtung Fußgängerzone am Hauptplatz und der angrenzenden Rathausstraße diskutiert. Dem schlägt eine breite Ablehnung von Bürgern und vor allem von den betroffenen Geschäftsleuten entgegen. Bei einer Online-Umfrage der NÖN konnten sich nur 27,4 Prozent für ein autofreies Stadtzentrum erwärmen, eine überwiegende Mehrheit von 72,6 Prozent lehnte diesen Vorschlag ab.

„Wenn man Amstetten umbringen will ...“

Auch von den Geschäftsleuten selbst kommen starke Bedenken. „Wenn man Amstetten ganz umbringen will, dann soll man in diese Richtung gehen. Kunden auch von umliegenden Gemeinden brauchen einfach die Erreichbarkeit mit dem Auto“, hält Juwelier Franz Theuer mit seiner Ablehnung nicht hinter dem Berg. Besser wäre aus seiner Sicht eine Attraktivierung des Hauptplatzes und eine kommerzielle Nutzung mit mehreren oder auch einem fixen Markt.

Auch Fleischermeister Wolfgang Ellegast kann einer Fußgängerzone nichts abgewinnen. „Das wäre eine Katastrophe. Die Stadt lebt mit den Parkplätzen im Zentrum.“ Seiner Meinung nach sollten am Hauptplatz eher zusätzliche Abstellflächen, eventuell als Schrägparkplätze, geschaffen werden.

Auch für Juwelierin Elisabeth Fichtinger ist die Autofreiheit der falsche Weg: „Die Innenstadt würde aussterben. Die Leute haben nun einmal das Bedürfnis, überall ihr Auto mitzunehmen. Viel wichtiger wären attraktive Geschäfte, Grünlandschaften und schöne Verweilplätze. In Zeiten wie diesen ist es enorm wichtig, die Stadt zu beleben, um Arbeitsplätze zu erhalten“.

Nicht komplett gegen die Idee ist Thalia-Geschäftsführerin Doris Schweiger.

Gut durchachtes Verkehrskonzept

„Wichtig ist, dass der Kunde nicht das Gefühl hat, wir wollen ihn nicht in der Stadt haben. Sinnvoll wäre ein gut durchdachtes Verkehrskonzept, mit dem die Erreichbarkeit der Innenstadt gegeben ist.“

Für Stadtwerke-Filialleiter Armin Wadl ist klar, dass es unmöglich ist, das Zentrum autofrei zu machen. „Wer das will, ist noch nie mit dem Auto durch Amstetten gefahren. Das würde nicht funktionieren.“ für Auch Wadl muss aber der Hauptplatz attraktiver werden.

In die Diskussionen eingeschaltet hat sich die Stadtmarketing GmbH in einem Brief an die Innenstadtunternehmer: „Im Zuge der Stadterneuerung muss es uns gelingen, wieder mehr Frequenz und Wertschöpfung in die Innenstadt zu bekommen. Neben attraktiven Handels-, Gastronomie- und Dienstleistungsangeboten braucht es dazu höhere Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Einhellige Meinung im laufenden Prozess ist, dass ein autofreier Hauptplatz unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht umsetzbar ist“. heißt es da. Aufgrund der ländlichen Struktur des Einzugsgebietes müsse die Innenstadt mit Auto erreichbar bleiben.

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