Erstellt am 10. August 2015, 11:10

„Betriebe in Geiselhaft“. Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer übt Kritik an der Bürgerinitiative. Sprecher Herbert Pühringer sieht diese aber im Recht.

Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer kritisiert die Bürgerinitiative für Einsprüche beim Wirtschaftspark.  |  NOEN, NÖN
Bei der Pressekonferenz zu aktuellen politischen Entwicklungen im Land brannte der Landtagsabgeordneten Michaela Hinterholzer besonders ein Thema unter den Nägeln – aus Freude, aber auch aus Ärger.

Es betrifft die Umfahrung der B123 von Pyburg (St. Pantaleon-Erla) und Windpassing (Ennsdorf). Nach jahrzehntelangem Kampf wurden nun endlich alle Einsprüche eines Anrainers vom Landesverwaltungsgericht abgelehnt. Sofort erfolgte die Ausschreibung. Der Bau soll im November starten.

"Initiative vereitelte Betriebsansiedlungen"

„Endlich ist diese unendliche Geschichte vorbei. Der Kolonnenverkehr und die Staus morgens und abends sind unerträglich“, weiß Hinterholzer. Besonders freut sie diese Meldung aber auch für die Wirtschaft im angrenzenden Ennshafen. „Jetzt können wir auch die noch verfügbaren Grundstücke weiter verwerten.“ Und eben wegen diesem Wirtschaftspark der Ecoplus ist Hinterholzer, stellvertretende Ecoplus Aufsichtsratsvorsitzende, auch so sauer.

„Die Bürgerinitiative hat die Betriebe im Ennshafen in Geiselhaft genommen“, kritisiert sie. „Es wollten sich einige Betriebe hier ansiedeln. Aber die Bürgerinitiative hat jedes einzelne und noch so kleine Verfahren, sei es bei Betriebsansiedelung oder -anlagenerweiterung, mit Einsprüchen verzögert oder vereitelt. Die Initiative hat geglaubt, so bekämen sie schneller ihre Straße. Das war nicht okay, denn die Firmen können auch nichts dafür. Sie haben sich dann wo anders angesiedelt. Zig Arbeitsplätze gingen verloren.“

"Einsprüche sind Anrainerrecht"

Heftige Anschuldigungen, die Herbert Pühringer, der Sprecher der Anrainer, nicht auf sich sitzen lassen kann und will. „Dass wir als Nachbarn Einsprüche erheben, wenn etwas zu laut ist, ist erlaubt. Das sind Anrainerrechte“, wehrt er sich und übt seinerseits Kritik an der Ecoplus.

„2004 gab es ein Gutachten, dass die Ecoplus eine Lärmschutzwand entlang des Betriebsgebiets errichten muss. Bis heute gibt es diese nicht. Wenn im Zuge der Umfahrung jetzt eine Lärmschutzwand geplant ist, dann zeigt das ja, dass wir nicht unrecht gehabt haben“, sieht sich Pühringer im Recht.

„Es war immer klar, dass die Lärmschutzwand im Straßenprojekt vorgesehen sein wird und mit der Umfahrung gebaut wird. Die Ecoplus erhöht diese jetzt mit dem Bau auf eigene Kosten“, sagt Hinterholzer.

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