Nach Verkehrschaos: Online-Umfrage unter Pendlern. VP sucht Lösungen und will betroffene Autofahrer einbeziehen. Grüne plädieren einmal mehr für zusätzliches Parkhaus.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 16. November 2018 (06:22)
ÖVP Amstetten
Gemeinsam informierten die Mitglieder der Volkspartei Amstetten, Markus Brandstetter, Dieter Funke, Riki Sonnleitner, Peter Fuchs, Reinhard Aigner und Andreas Gruber die Pendler über die Online-Umfragen und luden sie zur Teilnahme ein.

Die Verkehrsmisere rund um den Bahnhof beschäftigt nach wie vor die Stadtpolitik. Zwar wollen ÖBB, Stadt und Land voraussichtlich noch heuer 50 neue provisorische Park&Ride-Parkplätze auf Bahngrund schaffen, aber auch das wird die Probleme nicht lösen. Für ÖVP-Mobilitätssprecher Markus Brandstetter ist es höchst an der Zeit, in Sachen Verkehr in Amstetten neue Wege zu gehen.

„Ich habe bisher vergeblich darauf gewartet, dass die rotgrüne Stillstandspartie im Rathaus endlich aktiv wird“ÖVP-Mobilitätssprecher Markus Brandstetter

„Ich habe über 50 Gespräche mit Pendlern geführt und kann nur sagen, dass die Unzufriedenheit groß ist. Die Leute haben die Staus bei den Zufahrtsstraßen ebenso satt wie die mühsame Parkplatzsuche. Oft müssen sie zum Bahnhof rennen, um ihren Zug noch zu erreichen“, berichtet der Gemeinderat. Brandstetter hat nun eine Online-Umfrage unter den Pendlern gestartet, um Infos über deren Nutzungsverhalten der Park&Ride-Anlagen zu erhalten.

„Ich habe das ja schon öfter angeregt, aber bisher vergeblich darauf gewartet, dass die rotgrüne Stillstandspartie im Rathaus endlich aktiv wird“, sagt der VP-Politiker. An einem Wochentagsmorgen Anfang November haben VP-Funktionäre am Bahnhof 300 Kipferl verteilt und die Pendler auf die Umfrage aufmerksam gemacht. „Das Interesse ist groß. Am Montag hatte ich schon über 200 Teilnehmer“, berichtet Brandstetter.

ÖVP richtet 13 Fragen an die Pendler

Abgefragt wird, wie oft Pendler die Park&Ride-Anlage in Amstetten nutzen, wie schnell sie dort einen Parkplatz finden, ob sie auch bereit wären, für eine längere Nutzung (ab einem Tag) zu bezahlen und ob sie gerne ein elektronisches Leitsystem hätten, das sie schon ab den Stadteinfahrten zu freien Stellplätzen leitet.

„Es ist natürlich keine wissenschaftlich fundierte Umfrage, aber ich denke, dass sie uns dennoch wichtige Erkenntnisse bringen kann, die uns helfen, neue Mobilitätsformen und Lösungen für die Amstettner Verkehrsprobleme zu finden“, sagt Brandstetter. Er plädiert auch nach wie vor dafür, Fahrgemeinschaften aus den Umlandgemeinden zu forcieren. Zudem steht er in Kontakt mit Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko: „Mein Ziel ist es, Amstetten mit seinen Umlandgemeinden zu einer Mobilitätsmusterregion zu machen.“

Huber: Forderung nach zusätzlichem Parkhaus

Zu Wort melden sich in Sachen Verkehrschaos auch die Amstettner Grünen. „Wir haben zwei Probleme: Zum einen werden die beiden Parkhäuser noch immer von zu vielen Dauerparkern genutzt, zum anderen ist das öffentliche Verkehrsnetz in der Region nicht gut genug ausgebaut, damit Pendler aus den Umlandgemeinden problemlos den Amstettner Bahnhof erreichen können“, sagt Stadtrat Dominic Hörlezeder.

privat
Die Grünpolitiker Dominic Hörlezeder und Sarah Huber fordern ein drittes Parkhaus.

Da es für beides keine kurzfristige Lösung gebe, man den Pendlern die momentane Situation aber auch nicht mehr länger zumuten könne, bleibe nur eines zu tun: „Wir müssen im Bereich des Bahnhofs rasch ein zusätzliches Parkhaus errichten“, sagt Grün-Gemeinderätin Sarah Huber.

Die Kosten dafür dürften aber nicht allein auf ÖBB und die Stadt Amstetten abgewälzt werden. „Da ja Einpendler aus den Umlandgemeinden das Chaos verursachen, sollten auch diese sich an dem Projekt beteiligen. Entsprechende Gespräche auf Bürgermeisterebene sollten umgehend aufgenommen werden“, sagt Hörlezeder.

Brandstetter hält nichts von einem zusätzlichen Parkhaus. „Eine Abstellfläche kostet zwischen 15.000 und 17.000 Euro. Das ist viel Geld, das man auch in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs stecken könnte“, sagt der VP-Politiker.