Am eigenen Leib erlebt. Mit Rollstuhl, Kinderwagen, Augenbinden und Blindenstock durchstreiften Bürger und Gemeindevertreter ihre Gemeinde auf der Suche nach Barrieren.

Erstellt am 30. Juli 2014 (07:01)
NOEN, privat
Manfred Scherz, Roswitha Kronabitter, Vizebürgermeisterin Sabine Dorner, Reinhard Sitz, die geschäftsführenden Gemeinderäte Elfriede Baumgartner mit Leon, Hans Karl Wurz und Leo Datzberger sowie Peter Binder (sitzend, von Jobcare Krems) streiften durch die Gemeinde auf der Suche nach Barrieren. Foto: privat

Winklarn barrierefrei zu machen ist der Gemeindeführung ein großes Anliegen. Als sanften Einstieg in das Thema veranstaltete sie für die Bürger und Bürgerinnen daher „Dorfbegehung barrierefrei?“.

Angeboten wird diese vom Bildungs- und Heimatwerk NÖ in Kooperation mit der NÖ Dorf- und Stadterneuerung. Dabei sollen einfache wesentliche Hürden entdeckt und entfernt werden - mit dem Ziel, so allen Bürgern die Mobilität in ihrem Alltagsleben zu erleichtern.

Selbst die Grenzen von Rollstullfahrern erfahren

Im Mittelpunkt der „Dorfbegehung barrierefrei?“ standen in Winklarn alle öffentliche Orte im Zentrum – vom Gemeindeamt über Schule, Festsaal, Ortsplatz, Kirche bis zum Friedhof – und besonders die öffentlichen Wege zu den Gebäuden. Nachdem Bürger und Gemeindevertreter eine kurze theoretische Einführung zum Thema Barrierefreiheit erhalten hatten, begaben sie sich selbst – begleitet von Fachleuten – auf die etwas andere Entdeckungsreise.

Immer mit dabei: Rollstuhl und Kinderwagen sowie Augenbinden und Blindenstock, damit sie selbst erfahren konnten, wie sich Barrieren im täglichen Leben auswirken können. „Man sieht auf einmal viel mehr, wo es Probleme gibt“, erzählt Vizebürgermeisterin Sabine Dorner.

Spontan wurden auch sogleich Bereiche für Verbesserungen identifiziert. „Beim Friedhof-Gehsteig etwa sollte sobald wie möglich ein barrierefreier Zugang geschaffen werden“, führt Sabine Dorner ein Beispiel an.

„Barrierefreiheit als Fundament für viele Projekte“

Im Anschluss an die Begehung erhält die Gemeinde einen umfassenden Bericht, in dem alle vorgefundenen Barrieren, aber auch Lösungsvorschläge zur Beseitigung dieser Barrieren angeführt sind. Dieser Bericht ist eine Art Maßnahmenkatalog, mit dem Winklarn dann schrittweise Hindernisse abbauen kann.

„Barrierefreiheit ist das Fundament für viele Projekte, die bereits in niederösterreichischen Gemeinden umgesetzt werden, beispielsweise die Gesunde Gemeinde oder auch die Familienfreundliche Gemeinde. Sie ist Basis für generationenverbindende Angebote und somit für das soziale Miteinander in einer Gemeinde“, sagt Projektleiter Alfred Luger.