Ardagger: Projekt für die Nahversorgung. Bei Schulzentrum soll Gebäude entstehen, mit 700 m² Verkaufsfläche für ein Kaufhaus und mit 30 Wohnungen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 23. Mai 2021 (05:34)
So könnten das neue Nahversorger-Zentrum samt 30 Wohneinheiten nach seiner Fertigstellung aussehen.
Gemeinde Ardagger, Gemeinde Ardagger

Für die rund 3.500 Einwohner der Marktgemeinde Ardagger gibt es derzeit mit dem Kaufhaus Moser nur einen klassischen Lebensmittelversorger und auch dessen Tage sind gezählt. Denn Betreiber Franz Moser hat angekündigt, dass er mit 31. Dezember in den Ruhestand gehen wird.

Kurze Wege und CO2-Einsparung

Für die Gemeinde kommt diese Entwicklung nicht überraschend. „Wir haben schon vor Jahren damit begonnen, uns Gedanken darüber zu machen, all jene Gemeindebürger, die jetzt auswärts in Amstetten, Grein oder auch in Neustadtl, Zeillern, Viehdorf und Wallsee einkaufen, wieder nach Ardagger zurückzuholen“, berichtet Bürgermeister Hannes Pressl.

Da gehe es auch um kurze Wege und CO2-Einsparung. Denn wenn man aus jeder Ecke der Gemeinde durchschnittlich nur zwei Kilometer zum Nahversorger zurücklegen müsse, dann sei das umwelttechnisch besser als acht Kilometer nach Amstetten oder Grein zu fahren.

So könnten das neue Nahversorger-Zentrum samt 30 Wohneinheiten nach seiner Fertigstellung aussehen. Foto: Gemeinde Ardagger
Gemeinde Ardagger

Inzwischen ist aus den Überlegungen ein konkretes Projekt geworden. Die Gemeinde hat ein Grundstück bei der Mittelschule angekauft und direkt neben dem neuen Sportsaal soll ein Gebäudekomplex entstehen, der Nahversorgung und Wohnraum kombiniert.

Im Erdgeschoß wird ein ADEG-Markt mit rund 700 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Darüber sind auf drei Etagen 30 Wohnungen geplant. „Wir wollen den Platz optimal nutzen. Ein Teil der Wohnungen soll auch für betreutes Wohnen geeignet sein. Der Standort ist günstig, weil das Ortszentrum leicht erreichbar ist“, sagt Pressl.

Errichtet werden soll das Gebäude von einer gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft. Die Handelskette wird sich dort einmieten. Wer den ADEG-Markt künftig führen wird, ist auch schon klar. „Die Familie Seba wird ab 31. Dezember das Kaufhaus Moser übernehmen und so lange weiterbetreiben, bis der neue Markt fertig ist“, berichtet Pressl. Dem Betreiber soll es auch möglich sein, regionale Produkte in das Sortiment aufzunehmen.

Keine Aushöhlung der Ortsteile

Der Bürgermeister betont, dass das Nahversorgungsprojekt keinesfalls eine Aushöhlung der einzelnen Ortsteile sein soll. „Es spricht auch nichts dagegen, dass es dort ein ergänzendes Angebot gibt¨– wie zum Beispiel den Minihof-Laden in Stephanshart. Letztlich haben wir uns bei der Diskussion über die Nahversorgung aber für diese große Lösung entschieden, weil wir da gemeinsam wirklich etwas Gescheites entwickeln können“, sagt Pressl und zieht eine Parallele zur Gemeindezusammenlegung im Jahr 1971. „Damals ist es auch um ein Gemeinschaftsprojekt gegangen, nämlich die Mittelschule, und sie zu bauen, war die richtige Entscheidung.“

Natürlich muss der Nahversorger auch entsprechend ans Verkehrsnetz angebunden werden. Nach Gesprächen mit der Straßenbauabteilung steht fest, dass eine neue moderne Kreuzung von Amstetten kommend vor der Mittelschule geschaffen und die Kirchfeldstraße zur Siedlungs-Sackstraße umfunktioniert wird. Kommendes Jahr soll dann noch an der jetzigen Ausmündung der Kirchfeldstraße in die B119 eine Abbiegespur von Amstetten kommend Richtung links nach Ardagger Stift errichtet werden..

Das Nahversorgungsprojekt selbst soll idealerweise im Spätherbst dieses Jahres, spätestens aber im Frühjahr 2022, in Bau gehen. Nach etwa eineinhalb Jahren Bauzeit (voraussichtlich im Frühjahr 2023) wird der neue Nahversorgungsstandort dann in Betrieb gehen.