Landesklinikum Mauer: Fassade bröckelt

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:46
Lesezeit: 3 Min
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Bei der Hauptfront des Direktionsgebäudes des Landesklinikums herrscht ein Betretungsverbot. Teile der Fassade drohen abzubröckeln.
Foto: Vogl
Landesbaudirektor in Ruhe Peter Kunerth fordert rasche Sanierungsmaßnahmen.
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Weil Teile der denkmalgeschützten Jugendstilfassade abzubröckeln drohen, wurde die straßenseitige Hauptfront des Direktionsgebäudes des Landesklinikums Mauer abgesperrt und mit einem Betretungsverbot versehen.

Für den Landesbaudirektor in Ruhe und ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Oed-Oehling, Peter Kunerth, ist diese Situation untragbar. „Solche Absperrungen gab es zuletzt 1955, als die russische Besatzungsmacht Teile der Landesanstalt damals als Kaserne genutzt und dabei devastiert hatte. Für mich ist unverständlich, dass das Bundesdenkmalamt nicht reagiert und die für das Gesamtdenkmal sehr kritische Situation offensichtlich verschläft.“

Aber nicht nur das Direktionsgebäude hat Renovierungsbedarf, sondern vor allem auch der Jugendstilzaun des Landesklinikums, worauf Kunerth auch schon früher hingewiesen hat. „Inzwischen hat der desolate Zustand dieses bauhistorisch besonders wertvollen und denkmalgeschützten Objekts ein Ausmaß erreicht, der eine Sanierung meines Erachtens ausschließt. Es wird eine Erneuerung – wahrscheinlich als einfache Einfriedung – notwendig sein, was natürlich das hervorragende Jugendstilensemble der Anlage zerstören wird. Damit sind eigentlich alle Zukunftsideen, wie etwa eine Landesausstellung, ad absurdum geführt“, ärgert sich Kunerth und sieht das Land und die Landesgesundheitsagentur (LGA) in der Pflicht.

Vonseiten der LGA betont man, dass es laufend Abstimmungen mit dem Land NÖ – dem Eigentümer – über Renovierungsarbeiten gäbe. „Da das Areal unter Denkmalschutz steht und allfällige Reparaturen bzw. Schäden an einem Gebäude im Originalzustand wieder hergestellt werden müssen, dauern hier die erforderlichen Schritte etwas länger“, heißt es in einer Stellungnahme. Wegen der Größe des Areals von rund 100 Hektar und des laufenden Betriebs des Klinikums müssten bauliche Maßnahmen sorgfältig abgestimmt werden. Aufgrund des Alters der Liegenschaft käme es immer wieder zu „ungeplanten“ Schäden.

Die LGA verweist auch darauf, dass erst kürzlich vier denkmalgeschützte Jugendstil-Pavillons um rund 16,8 Millionen Euro saniert worden seien – und im Sommer 2022 als Bildungscampus Mostviertel den Betrieb aufnehmen werden. „Es ist uns allen ein Anliegen, den einzigartigen Charakter des Landesklinikums Mauer zu erhalten. In Hinblick auf die Landesausstellung 2026 steht natürlich das Jugendstil-Ensemble in seiner Gesamtheit, Weitläufigkeit und Vielfalt im Fokus“, heißt es in der Stellungnahme.

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