Amstetten: Verein hofft bis 2020 auf Palliativstation. Immer mehr schwer kranke Menschen brauchen Begleitung. Betten im Landesklinikum wären daher sehr wichtig.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 27. Januar 2018 (06:30)
Hofft auf Palliativstation in Amstetten bis 2020: Ester Steininger.
Doris Schleifer-Höderl

„Wir stellen fest, dass die Anfragen für Begleitung von schwer kranken Mitmenschen und deren Angehörigen immer mehr zunehmen“, sagt Ester Steininger, Obfrau des Hospizfördervereins Amstetten.

Vor 15 Jahren wurde er gegründet, hat aktuell 138 Mitglieder und unterstützt die regionalen Hospizdienste in ihrer Arbeit. Dazu zählen der mobile Hospizdienst der Caritas Amstetten sowie der mobile Hospizdienst der Caritas Waidhofen an der Ybbs.

Das große Ziel scheint in greifbare Nähe gerückt

„Uns geht es bei unserer Arbeit darum, die persönliche und familiäre Akzeptanz des Sterbens in unserer Gesellschaft ebenso zu fördern wie die Auseinandersetzung mit der Spiritualität des Sterbens. Daher setzen wir uns für die bestmögliche Lebensqualität bis zuletzt ein“, sagt Steininger.

Schon seit 2004 kämpft der Verein auch um die Errichtung einer Palliativstation in Amstetten. „Denn die Stationen im Landesklinikum Scheibbs und Lilienfeld reichen nicht aus und Patienten aus Amstetten müssen daher nach Steyr ausweichen“, berichtet die Obfrau.

Nun scheint das große Ziel aber in greifbare Nähe gerückt. Denn im Oktober 2017 gab es eine Presseaussendung von Landeshauptfrau-Stellertreter Stephan Pernkopf und Landesrat Schleritzko, dass im neuen „Regionalen Strukturplan Gesundheit 2025“ sechs Palliativbetten im Landesklinikum Amstetten aufgenommen wurden.

„Am 22. November erhielten wir auf Anfrage von Amstettens Vizebürgermeisterin Ulrike Königsberger-Ludwig zudem ein Schreiben von Elfriede Riesinger, der Geschäftsführerin des niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds. Darin äußerte sie ihre Zuversicht, dass bis 2020 eine Palliativstation in Amstetten in Betrieb gehen kann. Dies ist positiv, denn somit steht auch die Finanzierung, die bis dato immer umstritten war“, sagt Steininger.

Der Verein betreut aber nicht nur Betroffene, zu seinen Aktivitäten gehören auch Vorträge sowie das Projekt „Hospiz macht Schule“, das im vergangenen Jahr in der NMS Hollenstein, der Fachschule Gleiß sowie in den Volksschulen Zeillern und Ulmerfeld abgehalten wurde.

Damit soll erreicht werden, dass junge Menschen ermutigt werden, offen mit Tod, Abschied und Trauer umzugehen, sie für die individuellen Bedürfnisse leidender, sterbender und trauernder Menschen zu sensibilisieren und sie im Umgang mit Verlusterlebnissen zu stärken.