„Bedeutender als in Carnuntum“

Erstellt am 10. Jänner 2012 | 00:00
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Web-Artikel 432
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SENSATIONELL / Römerfunde unter altem Kindergarten könnten für Gemeinde zum touristischen Lotto-Sechser werden. Bau der Lebenswelt verzögert sich dadurch nicht.
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Begeistert von den spektakulären Römerfunden am Gelände des alten Kindergartens und der Zusage des Landes, die wertvollen archäologischen Artefakte zu erhalten und langfristig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen sind Bürgermeister Johann Bachinger, Vizebürgermeisterin Sissy Mayer, Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer und Architektin Anne Mautner-Markhof. HUDLER
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VON HERMANN KNAPP

WALLSEE / „Es handelt sich um die sensationellsten Funde aus der Römerzeit - besser und wichtiger noch als jene in Carnuntum!“, schwärmt Bürgermeister Hans Bachinger. Was Archäologen am Areal des alten Kindergartens aus dem Erdreich geholt haben, könnte sich für die Gemeinde Wallsee als touristischer Lotto-Sechser erweisen: Gut erhaltene Abbildungen von Soldaten und Göttern aber auch allerlei Gebrauchsgegenstände, wie sie von den römischen Truppen vor 1500 Jahren verwendet wurden. Der Orden der Barmherzigen Brüder, Konvent Linz, und das Land Niederösterreich wollen auf dem Areal eine „Lebens- und Arbeitswelt“ für Gehörlose und Taubblinde errichten. Bei den Grabarbeiten für dieses Projekt stieß man nun auf die wertvollen Artefakte aus der Römerzeit. Schon im Jahr 1966 wurde in Wallsee ja das große Römerkastell gefunden.

Im 4./5. Jahrhundert wurden die Truppen reduziert und ein Kleinkastell errichtet. Dessen Überreste wurden nun entdeckt und natürlich sollen diese erhalten werden. Dazu ist es notwendig, das neue Gebäude auf Stelzen zu stellen. Rund 400.000 Euro kosten diese Sicherungsarbeiten. „Landeshauptmann Pröll hat die Unterstützung des Landes zugesagt. Und wir hoffen, dass auch das Kulturministerium einen Beitrag leistet“, sagt Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer. Die Gesamtkosten für das Projekt steigen damit auf rund 3,2 Millionen Euro.

Langfristig könnte das Kastell auch Touristen zugänglich gemacht werden, spätestens dann, wenn der Limes in Österreich zum Weltkulturerbe erklärt werden sollte. Die Exponate werden vorerst an einem sicheren Platz gelagert. Auch sie könnten später, nach Vorstellung von Architektin DI Anne Mautner-Markhof - in einer musealen „Römerwelt“ öffentlich ausgestellt werden. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

Das Projekt Lebenswelt wird sich durch die archäologischen Funde nicht weiter verzögern. „Wir hoffen im Frühsommer mit dem Bau beginnen zu können“, sagt Mautner-Markhof, die ihr Projekt bereits entsprechend abgeändert hat. Rund eineinhalb Jahre wird der Bau der „Lebenswelt Wallsee“ dauern.

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