Aktion 20.000: Stadt Amstetten stellt sechs Leute an. Trotz Kritik an Beschäftigungsaktion von VP und FPÖ stimmten alle Parteien zu, dass Stadt Arbeitslose über 50 aufnimmt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 16. Januar 2018 (05:41)
Das Amstettner Rathaus
NÖN/Hermann Knapp

Im Personalausschuss wurde in der Vorwoche beschlossen, sechs Personen über die „Aktion 20.000“ einzustellen. Alle Parteien stimmten zu, was Personalstadtrat Anton Katzengruber überrascht. „Ich hatte erwartet, dass ÖVP und FPÖ dagegen sind, nachdem ja die türkisblaue Regierung die Aktion gekippt hat“, sagt der SP-Politiker.

Drei Leute werden in der Hoheitsverwaltung beschäftigt sein, drei in den Bauhöfen der Stadt. „Ihr Dienstvertrag ist auf die Dauer der Aktion befristet, also mit 30. Juni 2019. Wenn sich die Betreffenden bewähren, dann haben wir aber natürlich das Bestreben sie in eine Regelanstellung zu übernehmen“, sagt Katzengruber.

Kashofer: „Sinnvoller, Leute umzuschulen statt sie nur befristet einzustellen“

VP-Chef Dieter Funke betont, dass er nichts gegen eine Einstellung von schwer vermittelbaren Personen habe. „Ich würde es nur nicht von der Aktion 20.000 abhängig machen. Mein soziales Gewissen reicht da weiter als das der SPÖ. Ich will nicht, dass die Leute nur aufgrund einer Förderaktion eine Chance bekommen und danach wieder auf die Straße gesetzt werden, auch wenn sie sich als wertvolle Mitarbeiter erwiesen haben.“

FPÖ-Stadträtin Brigitte Kashofer betont, dass man der Einstellung der sechs Personen deshalb zugestimmt habe, weil die Plätze im Rahmen der Aktion ja schon beantragt gewesen wären. „Grundsätzlich halten wir es aber für sinnvoller, Leute umzuschulen statt sie nur befristet einzustellen. Das ist nachhaltiger und eröffnet ihnen bessere Chancen.“

Für Grünmandatar Dominic Hörlezeder ist die „Aktion 20.000“ ein wichtiges Instrument. Dass man sie aufgrund des Wirtschaftsaufschwungs nicht mehr brauche, sei schlichtweg falsch. „Denn wir haben ja trotzdem Leute über 50, die arbeitslos sind – auch hier in Amstetten. Und ist es nicht besser öffentliches Geld dafür einzusetzen, sie wieder in Beschäftigung zu bekommen, damit sie eine Leistung erbringen, anstatt ihnen Arbeitslose oder Mindestsicherung zu bezahlen?“

Er verweist darauf, dass in Amstetten die ÖVP ja selbst vor einigen Monaten die Idee eingebracht habe, Asylwerber zu beschäftigen. „Da geht es im Grunde um dasselbe.“