Betrügerin ergaunerte sich 419.000 Euro. Abkassiert 55-jährige Österreicherin lockte Opfern mit angeblicher Erbschaft Geld heraus und verspielte es in tschechischen Casinos.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 09. Oktober 2019 (02:04)
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Die Masche der Frau war immer dieselbe: Sie gab vor, sie benötige Geld für Anwalts- und Notarkosten, weil sie in Rumänien von ihrem verstorbenen Mann 900.000 bis zu zwei Millionen Euro geerbt habe. Sie brauche aber zuvor eine höhere Summe, um die Erbschaft überhaupt antreten zu können.

Natürlich gab es keinen verstorbenen Mann in Rumänien und auch keine Erbschaft. Die Frau muss aber sehr überzeugend gewesen sein. Immerhin gelang es ihr, insgesamt 419.645 Euro zu ergaunern. Das Geld verspielte sie großteils in tschechischen Casinos.

Schließlich erstattete ein Geschädigter Anzeige im Vorjahr gegen die 55-Jährige, worauf die Kriminaldienstgruppe der Polizeiinspektion Amstetten Erhebungen startete. Bald wurde klar, dass der gemeldete Betrug nur die Spitze des Eisbergs war. Sowohl bei der Polizeiinspektion Amstetten als auch bei der Polizeiinspektion Neumarkt meldeten sich in der Folge weitere Opfer. Insgesamt soll die Verdächtige im Zeitraum vom März 2008 bis zum April 2019 zehn Betrugshandlungen gesetzt haben. Verhaftet wurde die 55-Jährige schon am 29. April in ihrer Wohnung in Aschbach und in die Justizanstalt Linz eingeliefert. Die umfangreichen Erhebungen der Polizei wurden aber erst dieser Tage endgültig abgeschlossen.

Bei der Vernehmung gab sich die Frau großteils geständig und begründete ihre Betrügereien mit einer krankhaften und notorischen Spielsucht.