18.000 waren in Kurzarbeit

Die Lage im Bezirk Amstetten entspannt sich. Die Kurzarbeit gilt dabei als Erfolgsmodell.

Erstellt am 15. Juli 2020 | 05:41
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Harald Vetter, Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Amstetten und Karin Hauer von der „startup-fahrschule henke“ unterstreichen die Vorteile der Kurzarbeit.
Foto: Führer

Die Lockerung der Covid-19-Beschränkungen wirkt sich stimulierend auf den Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosigkeit sinkt seit April Woche für Woche. Dennoch: Mit insgesamt 2.765 vorgemerkten Arbeitslosen suchen derzeit um 1.012 (57,7 Prozent) mehr Personen im Bezirk Arbeit als im Juni des Vorjahres. Amstettens Arbeitsmarktservice-Geschäftsstellenleiter und sein Team starten nun eine Vermittlungsoffensive (siehe Artikel rechts) und ziehen eine erste Arbeitsmarktbilanz nach der Corona-Krise.

„Corona-Krise“ hat viele schwer getroffen

„Die Corona-Krise hat die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und viele Menschen schwer getroffen.“, erklärt Geschäftsstellenleiter Vetter. Die Lage scheint sich jedoch zu bessern. Im Mai und Juni haben 961 Personen ihre Vormerkung beim AMS Amstetten mit einer Arbeitsaufnahme beendet. Das bedeutet um 88 Prozent mehr Arbeitsaufnahmen als im Vorjahr. 722 freie Stellen verzeichnete das AMS Amstetten Ende Juni. Die meisten offenen Stellen gibt es in den Bereichen Handel, Bau, Warenerzeugung, Beherbergung und Gastronomie sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

„Der Arbeitsmarkt-Barometer zeigt nach oben. Wir müssen aber davon ausgehen, dass uns die Corona-Krise noch länger begleiten wird“, stellt Harald Vetter klar. Amstetten gehöre im niederösterreichweiten Vergleich noch immer zu den Bezirken mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten. „Ein Umstand, dem wir nicht zuletzt dem guten Branchenmix der heimischen Wirtschaft zu verdanken haben“, weiß Vetter.

„Es war uns wichtig, unsere Mitarbeiter zu halten.“ Karin Hauer von der „startup-fahrschule henke“ über die Entscheidung für das Kurzarbeitsmodell

Neben intensiver Vermittlungsarbeit für Jobsuchende setzt das AMS alles daran, möglichst viele Arbeitsplätze mit Hilfe der Kurzarbeitsbeihilfe zu sichern. Seit Beginn des Lock-Downs hat man 1.347 Anträge für Kurzarbeitsbeihilfe von Unternehmen bearbeitet. Zum Vergleich: Zur Zeit der Wirtschaftskrise 2009/2010 waren es – niederösterreichweit – 140 Anträge. 18.000 Arbeitnehmer haben im Lauf der letzten drei Monate im Bezirk kurz gearbeitet, mit Stand Ende Juni tun dies noch 14.000 Arbeitnehmer. 30 Millionen Euro an Kurzarbeitsbeihilfen wurden bereits ausbezahlt.

Auch bei der „startup-fahrschule henke“ (Standorte in Amstetten und Waidhofen, insgesamt 12 Mitarbeiter) nützte man die Möglichkeit zur Kurzarbeit. „Für Klein- und Mittelunternehmen war es besonders am Anfang sehr schwer einzuschätzen, wie sich die Situation entwickelt. Es ist ein sinnvolles Modell, auch wenn die Beantragung zu Beginn aufgrund der ständigen Veränderungen des Modells eine Herausforderung war. Wir haben die Entscheidung zur Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter getroffen, eine Freistellung wäre vielleicht billiger gewesen, es war uns aber wichtig, unsere Mitarbeiter zu halten“, erklärt Karin Hauer.

Erfreulich: Seit Mai läuft der Betrieb wieder wie gewohnt. Kurse finden statt, zudem gibt es einen Rückstau abzuarbeiten. Man ist zudem gerade dabei, das Personal weiter aufzustocken. Auch über das AMS konnte eine Mitarbeiterin vermittelt werden.

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