80-Jährige drohte Schwiegersohn mit dem Erschlagen. Mit Holzscheiten in den Händen drohte Pensionistin ihrem Schwiegersohn mit dem Erschlagen. Es setzte zwei Monate bedingt.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 27. Juni 2017 (03:02)
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Symbolbild

„Er mag mich nicht. Ich bin halt die Schwiegermutter“, sagt eine 80-Jährige vorm Richter. Vehement streitet die rüstige Wallseerin ab, ihren Schwiegersohn mit Holzscheiten in den Händen mit dem Erschlagen gedroht zu haben.

„Wir sehen uns nur mehr vor Gericht“

„Das ist eine Erfindung“, entrüstet sie sich im Prozess am Landesgericht St. Pölten. „Es handelt sich um einen jahrelangen Familienstreit, und der Schwiegersohn lässt keine Gelegenheit aus, der Angeklagten eins auszuwischen“, erklärt ihr Verteidiger.

Mit den Nerven am Ende ist das mutmaßliche Opfer. „Der Vorfall hat mich zwei Tage lang beschäftigt, ich war außer mir, weil das Ganze steigert sich immer mehr“, erzählt der Mann.
Wie sein Verhältnis zur Schwiegermutter ist? „Es gibt keines, wir sehen uns nur mehr vor Gericht. Sonst versuche ich, Abstand zu halten. Ich geh gar nicht mehr raus, wenn sie in der Nähe ist“, erklärt er.

Den Vorfall mit den Holzscheiten filmte der Schwiegersohn mit seinem Handy mit. „Tonlos, aber man sieht eindeutig, dass sie mit den Scheitern herumfuchtelt und dabei redet. Führen Sie etwa Selbstgespräche?“, fragt der Richter, nachdem er die Videoaufnahme gesehen hat.

Weil bereits ein Verfahren am Bezirksgericht gegen die Pensionistin – sie soll den Schwiegersohn mit einem Regenschirm malträtiert haben – mit Diversion geendet hat, fasst sie nun Strafe aus. Wegen gefährlicher Drohung setzt es zwei Monate auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.