AMS zieht positive Zwischenbilanz. Arbeitslosigkeit ging im ersten Halbjahr 2017 zurück. Fachkräftemangel bleibt jedoch eine große Herausforderung.

Von Peter Führer. Erstellt am 01. August 2017 (05:03)
Der Fachkräftemangel ist auch im Bezirk ein Problem. Firmen suchen bis zu 51 Tage nach qualifizierten Mitarbeitern.
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Das Wirtschaftswachstum nimmt weiter zu. Wirtschaftsforscher prognostizieren für 2017 ein Wachstum von mehr als zwei Prozent. Dieser positive Trend hilft dabei mit, die Beschäftigungssituation im Bezirk zu verbessern. 42.005 Menschen waren im Bezirk Amstetten im ersten Halbjahr 2017 unselbstständig beschäftigt. Das entspricht einer Steigerung von 1,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016.

AMS-LeiterHarald Vetter sieht eine erfreulicheEntwicklung
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Die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften stellt die Betriebe jedoch auch vor Probleme. Der Fachkräftemangel ist eine Schattenseite der positiven Beschäftigungssituation, wie Harald Vetter, Leiter des AMS Amstetten, berichtet: „Wir stellen in bestimmten Regionen Niederösterreichs, vor allem im Mostviertel, schon einen erheblichen Mangel an Fachkräften fest. So dauert aktuell die Suche nach einem passenden Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin im Bezirk Amstetten bereits durchschnittlich 51 Tage, im Bezirk St. Pölten dagegen ist diese um 20 Tage kürzer.“ Auch Strukturprobleme wie Langzeitarbeitslosigkeit, oder die steigende Arbeitslosigkeit bei Älteren und Personen mit gesundheitlichen Problemen würden von der aktuellen Situation überdeckt werden.

 Erfreuliche Entwicklung bei Jugendlichen

 Im ersten Halbjahr 2017 waren 2.463 Personen beim AMS Amstetten arbeitslos vorgemerkt. Um 189 Personen, sprich 7,1 Prozent, weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Positiv fällt die Zwischenbilanz auch beim Blick auf die Wiedereinstiegszahlen aus. 2.942 Jobsuchende nahmen in den ersten sechs Monaten wieder eine Beschäftigung auf. Auch das bedeutet eine Steigerung von 7,1 Prozent, verglichen mit dem
ersten Halbjahr 2016.

Besonders bei den Jugendlichen zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung. Über 100 Jugendliche weniger sind arbeitslos. Von Jänner bis Juni 2017 ging die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen bis 25 Jahre um mehr als ein Viertel auf monatlich durchschnittlich 299 Jugendliche zurück. Damit sind exakt 101 Jugendliche weniger auf Jobsuche als noch im ersten Halbjahr 2016.

Fast 2.500 Stellen wurden besetzt

In der ersten Jahreshälfte haben Unternehmen um 15,2 Prozent mehr offene Stellen und Lehrstellen an das AMS Amstetten gemeldet als in den ersten sechs Monaten 2016. So konnten die Berater in Summe mehr als 3.600 Stellen und Lehrstellen akquirieren. Gleichzeitig wurden 2.485 offene Stellen und Lehrstellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt. Um 13,2 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Trotz der generell positiven Entwicklung gibt es weiterhin Problemfelder. Etwa die Altersarbeitslosigkeit. So stieg die durchschnittliche monatliche Anzahl an arbeitslosen Personen über 50 Jahren im ersten Halbjahr um 10,2 Prozent auf 825. „Jede dritte arbeitslose Person in Amstetten ist über 50 Jahre“, klärt Vetter auf. Neben der Arbeitslosigkeit bei den Älteren steigen jedoch auch die Arbeitsaufnahmen der Personen über 50 Jahre.

529 über 50-Jährige bekamen einen Job

529 Personen dieser Altersgruppe, die zuvor beim AMS gemeldet waren, bekamen wieder einen Job, was verglichen mit dem ersten Halbjahr 2016 gleichbedeutend mit einer Steigerung von 18,6 Prozent ist. Bei den Langzeitarbeitslosen nahmen 68 Personen wieder eine Arbeit auf. Auch hier gab es eine Steigerung (7,9 Prozent).

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