„Anschlag“ als Druckmittel von Internetbetrügern. Neue Masche: Unternehmer im Bezirk erhielt Mail, dass Firma Ziel eines Attentats sein könnte.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 29. Januar 2019 (04:47)
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Internetbetrüger versuchen ihren Opfern Geld abzupressen.
NOEN, David Evison

Mit einer neuen, besonders perfiden Methode versuchen Internetbetrüger Geld zu machen. Das Ziel sind diesmal Gewerbetreibende. Mitte Jänner bekam der Inhaber eines Betriebs im Bezirk nachts ein Email, in dem er vor einem bevorstehenden Anschlag auf sein Unternehmen gewarnt wurde. Wenn er Näheres darüber erfahren wolle, müsse er am nächsten Tag zu einer bestimmten Zeit eine im Mail genannte Telefonnummer anrufen.

Der Unternehmer alarmierte stattdessen die Polizei, die ihm riet, das auf keinen Fall zu tun. Denn über kurz order lang würden die Unbekannten dann für weitere Informationen über den bevorstehenden Anschlag bestimmt Geld verlangen.

Der Gewerbebetrieb im Bezirk befindet sich übrigens in guter Gesellschaft. In letzter Zeit haben nämlich vor allem Großunternehmen in ganz Österreich derartige Mails bekommen. Der Verfassungsschutz hat sich der Sache auch bereits angenommen. Dass tatsächlich eine terroristische Gefährdung besteht, ist allerdings unwahrscheinlich.

Die unbekannten Email-Schreiber (der Server, von dem die Nachrichten versendet werden, steht irgendwo im Ausland), wollen den Firmen vermutlich einfach Geld abgaunern.
Bislang waren eher Privatpersonen das Ziel von derartigen Betrugsversuchen. Die Kriminalisten im Bezirk warnen ja regelmäßig davor, dennoch gehen immer wieder Leute den Ganoven auf den Leim.

Keine Passwörter oder Bankdaten preisgeben

Nach wie vor geben sich die unbekannten Täter zurzeit am Telefon gerne als Mitarbeiter der Firma Microsoft aus und behaupten, der Computer der Angerufenen habe eine Fehlfunktion. Auf diese Weise wollen sie sie zur Installation eines Fernwartetools überreden, mit dem sie sich dann Zugriff auf den Computer verschaffen können.

„Sie installieren dann Schadprogramme, mit denen sie Passwörter, Zugangsdaten sowie Kreditkartendaten ausspionieren können. Dann dauert es meist nicht lange, bis die Aufforderung kommt mittels Bitcoins Geld an die Erpresser zu überweisen“, sagt ein Kriminalist.

Er warnt davor, sich am Telefon zu irgendwelchen Aktivitäten am Computer überreden zu lassen. Keinesfalls sollte man Passwörter oder gar Zugangsdaten für Online-Banking bekannt geben. Mails, in denen ein Geldinstitut selbst dazu auffordert, was auch immer wieder vorkommt, sind auf jeden Fall Betrugsversuche, denn das würde eine Bank nie tun.

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