Amstetten

Erstellt am 09. Januar 2017, 08:11

von NÖN Redaktion

Arbeitsmarktbilanz 2016: „Besser als gedacht“. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde 2016 im Bezirk klar gebremst – im Vergleich zum Landes- und Bundestrend.

Symbolbild  |  APA (Symbolbild)

„Der Arbeitsmarkt im Bezirk hat sich 2016 besser entwickelt als ursprünglich gedacht“, zieht der Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Amstetten, Harald Vetter, erste Bilanz.

„Eingesetzte Maßnahmen haben gegriffen“

Die Steuerreform war laut ihm ein wesentlicher Faktor, um den privaten Konsum und damit die Konjunktur in Österreich etwas anzukurbeln. Gewinner am niederösterreichischen Arbeitsmarkt waren 2016 junge Menschen im Alter bis 25 Jahre. Im Jahresdurchschnitt 2016 ist die Zahl der Vorgemerkten in der Altersgruppe bis 25 um sechs Prozent auf rund 400 gesunken. „Die eingesetzten Maßnahmen des AMS im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen haben gegriffen“, ist Geschäftsstellenleiter Harald Vetter überzeugt.

Besonderes Augenmerk hat das AMS in diesem Jahr wieder Jobsuchenden im Alter ab 50 Jahren gewidmet. Wie im Vorjahr gehörte fast jeder dritte arbeitslose Kunde des AMS Amstetten der Generation 50+ an: jahresdurchschnittlich rund 760 Personen, + 3,2 Prozent gegenüber 2015. Aber: 670 ehemals arbeitslose „Golden Ager“ aus dem Bezirk haben im letzten Jahr den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben geschafft.

Jeder zweite Kunde nur Pflichtschulabschluss

Zu den Verlierern gehörten 2016 Personen ohne Ausbildung, mit gesundheitlichen Einschränkungen und Migrationshintergrund. Fast jeder zweite Kunde (45 Prozent) beim AMS Amstetten konnte nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorweisen. Die Zahl der AMS-Kunden mit gesundheitlichen Problemen und daher eingeschränkter Vermittelbarkeit ist gestiegen. Fast 30 Prozent der Vorgemerkten haben gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Jeder vierte Arbeitslose im Bezirk Amstetten hat Migrationshintergrund. Allein die Zahl der Asylberechtigten hat sich 2016 im Vergleich zu 2015 beinahe verdoppelt (+ 83,7 Prozent auf rund 180 im Monatsdurchschnitt).

Erhöht hat sich leider auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen, also von Personen, die länger als ein Jahr arbeitslos vorgemerkt waren, auf durchschnittlich 398 pro Monat (+ 30 Prozent). „Erfreulich ist aber, dass auch um 20 Prozent mehr Langzeitarbeitslose 2016, also 140 Personen, mithilfe des AMS Amstetten den Sprung von der Langzeitarbeitslosigkeit in das Erwerbsleben geschafft haben“ berichtet Harald Vetter.

Die etwas bessere konjunkturelle Entwicklung im abgelaufenen Jahr sorgte aber auch für eine anhaltende Nachfrage nach Fachkräften. Bis Jahresende haben die Unternehmen des Bezirkes über 5.200 freie Stellen beim AMS gemeldet – um zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Es haben dadurch auch mehr Arbeitslose wieder einen Job bekommen. „Im Gegensatz zu Österreich und Niederösterreich, wo die Arbeitslosenzahlen 2016 weiter gestiegen sind, verzeichneten wir in Amstetten 2016 einen erfreulichen Rückgang im Jahresvergleich um 1,8 Prozent“, berichtet Harald Vetter.