Auch Wandertage heuer rar

In Biberbach und Ardagger ist Absage fix. In Neustadtl ist sie aufgrund von Covid-19 wahrscheinlich.

Hermann Knapp
Hermann Knapp Erstellt am 26. August 2020 | 03:16
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So nahe wie im Vorjahr dürfen sich die Wanderer in Viehdorf heuer zwar nicht kommen, USV-Obmann Ludwig Resnitschek (rechts) und sein Team haben sich aber entschlossen, den Wandertag trotz Corona durchzuführen. Natürlich wird dabei genau auf die Einhaltung aller vorgegebenen Covid-19 Regeln geachtet.
Foto: Hudler/Archiv

Der Union Sport Verein Viehdorf lässt sich von Corona nicht unterkriegen. „Wir werden unseren Wandertag am 5. und am 6. September trotzdem durchführen. Start und Ziel ist am Sportplatz und dort haben wir viel Platz, sodass die nötigen Abstände beim Weggehen und beim Ankommen bestimmt eingehalten werden können. Und auf der Strecke müssen die Wanderer eben selbst darauf achten“, sagt USV-Obmann Ludwig Resnitschek.

Er versichert, dass alle Vorschriften eingehalten und die Personen, die bei den Labstellen servieren, natürlich Masken tragen werden. „Die Gefahr, sich anzustecken, ist da auch nicht größer, als wenn ich mir bei einer Bergwanderung in einer Hütte meinen Leberkäse hole“, sagt Resnitschek. Er ist zuversichtlich, dass sich die Veranstaltung aufgrund der nicht so hohen Teilnehmerzahl gut managen lässt. „Wir haben pro Tag 300 bis 400 Wanderer. Das ist machbar. Wenn es 3.000 wären, sähe die Sache natürlich ganz anders aus“, betont der USV-Obmann.

Genau vor diesem Problem standen die Veranstalter des Gemeindewandertages in Stift Ardagger. Da werden jährlich nämlich einige tausend Teilnehmer gezählt. Sie wollen das Risiko einer Infektionswelle nicht eingehen und haben ihn daher bereits auf das Jahr 2021 verschoben. Bürgermeister Hannes Pressl hat auf seinem Blog eine Online-Umfrage gemacht. Auch da sprach sich die Mehrheit der Teilnehmer für eine Absage aus. Pressl denkt nun daran, kleinere „Grenzwanderungen“ anzubieten. „Man könnte mit kleineren Gruppen zum Beispiel einfach einmal die Grenze zwischen Ardagger-Stephanshart, Zeillern und Wallsee abgehen, oder auch zwischen Ardagger-Kollmitzberg, Neustadtl und Viehdorf. Das wäre sicher interessant.“

Noch nicht abgesagt ist der große Wandertag in der Gemeinde Neustadtl im Oktober. „Aber auch da deutet beim Fremdenverkehrsverein viel auf eine Verschiebung auf das nächste Jahr hin. Denn da kommen 3.000 bis 5.000 Leute, und da kann man die Abstände selbst mit Ordnerdienst und Security nicht mehr garantieren. Das Risiko ist da einfach zu hoch“, sagt Bürgermeister Franz Kriener.

„Können die Abstände nicht garantieren“

Ebenfalls schon abgesagt hat der Wanderverein Biberbach seinen von 10. bis 11. Oktober geplanten IVV-Wandertag, an dem auch bis zu 3.500 Menschen teilnehmen. „Das ist ein kleines Volksfest und das lässt sich bei Start und Ziel und bei den Lab-stationen nicht handhaben“, sagt Bürgermeister Fritz Hinterleitner. Vereinsobmann Franz Mayrhofer sieht das ganz genau so. „Wir könnten nicht garantieren, dass der Abstand passt und alles ordnungsgemäß desinfiziert ist. Ich will auch den Servierern nicht zumuten, so lange eine Maske zu tragen, die arbeiten ja schließlich freiwillig.“ Hinzu kommt in Biberbach, dass beim Wandertag auch immer eine 42 Kilometer lange Strecke angeboten wird, weil er zum Austria Marathoncup zählt. „Da kommen jährlich rund 230 Teilnehmer aus ganz Österreich und aus Deutschland. Auch das wäre natürlich ein großer Risikofaktor“, sagt Mayrhofer. Für kommendes Jahr wurde schon ein Termin am zweiten Oktoberwochenende fixiert.