AVB-Chef Christopher Prassl: „Das Jahr ist gelaufen“. Wirteschaft und Kulturbranche kämpft mit dramatischen Auswirkungen des Lockdowns.

Von Peter Führer. Erstellt am 04. November 2020 (05:52)
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Der Lockdown führt dazu, dass die Gastronomie wieder schließen muss. Zudem müssen auch sämtliche Veranstaltungen abgesagt werden, Freizeiteinrichtungen wie Hallenbäder sind ebenfalls gesperrt. Besonders hart treffen die beschlossenen Maßnahmen natürlich die heimische Wirteschaft. „Manche haben schon am Sonntag das Handtuch geworfen und nicht mehr aufgesperrt. Andere wollten zumindest am Montag noch einmal aufsperren und etwas einnehmen. Der Frust ist jedenfalls groß“, erklärt Wirtesprecherin Melitta Ott.

Im Sommer habe man dank vieler heimischer Gäste zumindest dank des A-la-Carte-Geschäfts noch „gut rübergebracht“. Natürlich fehlten aber auch da bereits die Veranstaltungen. Ott und ihre Kollegen hoffen darauf, dass die angekündigte Unterstützung (bis zu 80 Prozent vom Vorjahresumsatz) auch bei den Betrieben ankommt. „Das wäre die einzige Chance, dass wir das Monat überleben und keine Mitarbeiter gekündigt werden müssen. Wir wissen aber nicht, mit welchen Klauseln die Unterstützung verbunden ist“, erklärt Ott.

 „Das wäre die einzige Chance, dass wir das Monat überleben.“ Wirtesprecherin Melitta Ott über die angekündigte Unterstützung für die Gastronomen

 Der Lockdown stelle eine große Herausforderung dar. Insbesondere deshalb, da die bald kommenden Monate Jänner, Februar und März ohnedies für die Gastronomie eher schwächere Monate seien. „Wir hoffen, dass dann vielleicht mehr Gäste kommen. Wir haben in den vergangenen Monaten viele Hürden überspringen müssen und jetzt wird wieder alles zugedreht“, erklärt Ott. Sie hofft, dass man im Ostern „eine Art Wiederauferstehung“ feiern könne. Noch habe sie auch noch von keinen Wirten gehört, die jetzt schließen werden. „Was sollen die Wirte auch tun? Jeder, der Gastronom ist, ist das mit Fleisch und Blut. Die Politik hat uns in den letzten Jahren sicher oft genervt, aber wir müssen da durch.“

Auswirkungen über den November hinaus

Auch für die Amstettner Veranstaltungsbetrieben (AVB) wird der November zur großen Herausforderungen. Sämtliche Events, darunter Highlights wie Kabarettist Lukas Resetarits oder die Udo-Jürgens-Show sind gecancelt. „Der Lockdown wirkt sich nicht nur auf den November aus, sondern hat auch Auswirkungen auf die kommenden Veranstaltungen, die im Dezember geplant sind. Es ist unsicher, was dann heuer noch möglich sein wird. Das Jahr ist gelaufen und zwar in allen Bereichen“, erklärt AVB-Chef Christopher Prassl.

Man versuche derzeit, die Veranstaltungen zu verschieben und neue Termine zu finden. „Viel ist ja schon auf Frühjahr verschoben worden, ich gehe davon aus, dass wir einiges um ein Jahr verschieben müssen. Daher sind wir in intensiven Gesprächen mit den Akteuren und der Politik. Im Laufe der Woche sollten wir einen Plan haben, wie es weiter geht“, führt Prassl weiter aus.

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