Bienen nun meldepflichtig. Franz Teichmann, Bezirksobmann der Imker, erklärt, warum Registrierpflicht im Seuchenfall sinnvoll ist, warum sich Bienenkrankheiten mehren und was Paketbienen sind.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 18. Februar 2017 (05:11)
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„Die Registrierung und Kennzeichnung der Bienenstände hat durchaus etwas Positives“, so Franz Teichmann, Bezirksobmann der Imker. „Es ist für uns Imker eine gute Maßnahme für die Bekämpfung und Sanierung von Krankheiten und Seuchen.“Schleifer-Höderl
Doris Schleiferl-Höderl

Mit der Novelle der Tierkennzeichnungs- und Registrierungsverordnung 2009 werden nun auch Imker, genauso wie Tierhalter von Rindern, Schweinen und Hühnern, in einer Datenbank im Veterinärinformationssystem, kurz VIS, erfasst.

„Nicht alle Imker sind darüber glücklich“, berichtet Amstettens Imker-Bezirksobmann Franz Teichmann. „Die Befürchtung, dass wegen der Registrierung künftig auch Steuern gezahlt werden müssen, teile ich aber nicht. Erst ab 50 Bienenvölkern wäre man steuerpflichtig, als Berufsimker gilt man nur mit mehr als 200 Völkern.“

Teichmann, der selbst seit 40 Jahren Nebenerwerbsimker und derzeit Herr über 40 Bienenvölker ist, ist überzeugt davon, dass mit der Registrierung im Seuchenfall zukünftig noch rascher und zielgerichteter Maßnahmen eingeleitet und die betroffenen Imker im Umkreis informiert werden können. Dies sei vor allem im Hinblick auf jene Imker wichtig, die nicht in Verbänden organisiert sind.

Sicherheit, dass alle Imker erfasst werden

Somit haben die Obleute der Verbände auch eine höhere Sicherheit, dass im Seuchenfall auch wirklich alle Imker von den notwendigen Sanierungsmaßnahmen erfasst werden. Auch bei möglichen anderen Gefährdungen für die heimische Imkerei, wie etwa durch den Kleinen Beutelkäfer, soll die Registrierungspflicht wesentliche Verbesserungen bringen.

Meldepflicht haben, laut Teichmann, jede Person und jeder Betrieb, der bereits Bienen hält oder neu mit der Bienenhaltung beginnt. „Die Pflicht zur Registrierung beginnt schon bei nur einem Bienenvolk. Sobald die Imker mit ihren Stammdaten im VIS registriert sind, erhalten sie eine Registrierungsnummer und müssen zweimal jährlich die Gesamtanzahl der betreuten Bienenvölker angeben. Dabei werden auch die Standorte der Bienenvölker erfasst.

Paketbienen kann man im Internet erwerben

Die erstmalige Meldung ist seit 1. Jänner dieses Jahres möglich. Neu ist auch, dass alle Bienenbestände zusätzlich an gut sichtbarer Stelle mit der VIS-Registrierungsnummer dauerhaft gekennzeichnet sein müssen. Weitere Informationen findet man auf der  Website der Statistik Austria in der Rubrik Imkerei (www.statistik.at/
ovis.imkerei/fragen_und_antworten/index.html
).

Fakt sei, dass sich Bienenkrankheiten auch in der Region häufen. „Leider vor allem deswegen, weil manche Imker Bienen aus dem Ausland importieren, wie etwa aus Süditalien“, meint Teichmann. „Das ist alles andere als vernünftig, weil sich Bienen den lokalen Gegebenheiten anpassen und bei Verbringung von Parasiten und Schädlingen befallen werden können.“

Auch von Paketbienen, die man zu 1,5 Kilogramm Bienen plus Königin im Internet erwerben kann, hält Teichmann nichts. „Ein Imker, der das macht, ist im Prinzip nur auf Profit aus und nicht, wie wir, daran interessiert, mit der Natur zu arbeiten.“