Braten, Schnitzel, Galadinner zu Weihnachten

Auch bei heimischen Gastronomen gibt es oft traditionelle Gerichte.

Erstellt am 17. Dezember 2019 | 04:45
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Lehrling Lukas Drescher, Christiane Scheiblauer und Chefkoch Wolfgang Draxler von der Kothmühle beim Zubereiten einer Entenbrust.
Foto: Heribert Hudler

Egal ob Weihnachtskarpfen, Raclette, Weihnachtsgans oder etwas anderes: Am 24. Dezember gibt es in vielen Haushalten langjährige Essens-Traditionen. Doch wie sieht das eigentlich in der Gastronomie aus? Was kommt bei heimischen Wirten auf den Tisch? Und wie feiern Wirte-Familien, die am 24. Dezember abends geöffnet haben, das Weihnachtsfest?

Das Gasthaus Kappl in Biberbach mit dem Schwestern-Duo Angelika und Evelyn Kappl an der Spitze bleibt am Heiligen Abend geschlossen. Gefeiert wird das Weihnachtsfest mit der Familie. „Wir zwei Schwestern mit unseren Partnern, meine Kinder und unser Vater mit seiner Freundin sind dabei. Wir mögen gerne, wenn wir mehr sind und Weihnachten gemeinsam verbringen“, berichtet Evelyn Kappl. Aufgekocht wird natürlich auch. Und zwar von Evelyn. „Meistens gibt es Brötchen als Vorspeise, oft mit geräuchertem Lachs oder Rinderschinken. Während die Männer ausräuchern gehen, bereiten wir in der Küche alles vor“, verrät sie.

Die Bescherung steht um 18 Uhr auf dem Programm, danach kommt die Hauptspeise auf den Tisch. „Traditionell gibt es immer Angus-Rindsschnitzel von unserem hauseigenen Rind und in Butterschmalz herausgebacken. Daneben koche ich ein zweites Gericht, zum Beispiel Ente. Ich koche ja so gerne, da kann ich oft gar nicht mehr aufhören“, lächelt Kappl. Mit den Vorbereitungen beginnt sie schon am Vortag, in die heiße Phase geht es dann ab der Mittagszeit.

Sous-Chef als Koch und Gast der Familie

Beim Gasthaus und Hotel Pillgrab in St. Valentin bleibt das Lokal am 24. Dezember ebenfalls geschlossen. Auch feiert die Familie gemeinsam. „Wir sind meine Eltern, meine Frau, ich, und meine Schwester mit ihrem Gatten. Außerdem feiert unser Sous-Chef Guido Pannier seit zehn Jahren mit uns Weihnachten und kocht das Gericht. Er ist gebürtiger Ostdeutscher und bleibt, da wir außer am 24. Dezember rund um die Feiertage immer Betrieb haben, in Österreich. Mittlerweile ist er schon ein Familienmitglied“, erklärt Wolfgang Pillgrab.

Zum Essen gibt es seit zwei Jahren Lungenbraten im Ganzen gebraten mit Ofenkartoffeln. Zuvor kam traditionell Truthahn mit Würfelkartoffeln auf den Tisch. „Wir haben den Brauch durchbrochen, mal schauen, wie lange dieser Brauch jetzt anhält“, sagt Pillgrab schmunzelnd.

220 Festgäste unter einem Dach vereint

Im deutlich größeren Kreis feiert die Familie Scheiblauer schon seit Jahrzehnten den Heiligen Abend. Seit dem Jahr 1971 hat das RelaxResort Kothmühle (Gemeinde Neuhofen) am 24. Dezember geöffnet. Am Abend feiern Hotelgäste mit der Familie und den Mitarbeitern gemeinsam. Auch die Gäste des Hotels an der Eisenstraße, das ebenfalls von der Familie Scheiblauer betrieben wird, stoßen dazu. Alles in allem finden sich somit 220 Menschen in der Kothmühle ein. „Eröffnet wird der Abend mit einem Konzert durch die Turmbläser, dann spielt mein Sohn Bernhard am Klavier und alle Familienmitglieder lesen Weihnachtsgeschichten vor. Beim Ausräuchern gehen dann alle 220 Gäste mit. Heuer ist außerdem unser erstes Enkelkind dabei. Wir freuen uns schon darauf, dass vier Generationen mitfeiern werden“, verrät Unternehmerin Christiane Scheiblauer.

Verköstigt werden Gäste, Familienmitglieder und Mitarbeiter mit einem fünfgängigen Galadinner. Das Menü ändert sich jährlich und wird von Küchenchef Wolfgang Draxler und seinem Team zubereitet. Heuer werden Enten-Pastete mit Zwiebel-Confit, Rote Rübencremesuppe mit Topfennockerl und Kren, Welsfilet mit Prosciutto, dazu Paprikagemüse und Erdäpfel sowie Rehbraten in Rotweinsauce mit Erdäpferoulade und Mandelkohlsprossen serviert. Zum Dessert gibt es Vanillekipferl-Parfait mit Nougat und Weichseln.

Die Gäste bekommen als besondere Überraschung zudem ein hochprozentiges „Weihnachtsengerl“ – ein Fläschchen mit Schnaps aus der hauseigenen Produktion. „Es ist immer ein ganz besonderes Fest“, freut sich Christiane Scheiblauer schon auf den Heiligen Abend 2019. Für besondere Weihnachtsstimmung sorgt in der Kothmühle übrigens unter anderem ein vier Meter hoher Christbaum, der im ersten Obergeschoß aufgestellt wird.