Bundespräsidentenwahl: „Starker Mann ist nicht gefragt“

Erstellt am 20. September 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Den plakatintensivsten Wahlkampf im Bezirk führt Walter Rosenkranz (FPÖ). Er macht im Wahlkampf auch beim Kollmitzberger Kirtag Zwischenstation.
Foto: Musa-Rois
Einige Stimmen aus dem Bezirk Amstetten zur kommenden Wahl des Bundespräsidenten.
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AVB-Geschäftsführer Christoph Heigl.
Foto: privat

Viele Menschen haben sich bereits entschieden, wem sie bei der Bundespräsidentenwahl ihre Stimme geben werden, so wie AVB-Geschäftsführer Christoph Heigl. Dass ÖVP und SPÖ keinen Kandidaten ins Rennen schicken, führt er auch darauf zurück, dass das Amt in der Vergangenheit beschädigt wurde. „Früher war die Präsidentschaft ein wichtiges Amt, es war eine wichtige Wahl. Spätestens seit der Kandidatur von Lugner und seinem Wahlkampf hat das Image gelitten“, argumentiert Heigl. Er rechnet mit einer niedrigen Wahlbeteiligung. Für Heigl ist es wichtig, dass das Ego und das Machtgehabe hinten angestellt werden sollten. „Man erlebt ja derzeit in Europa diese Machtdemonstrationen. Diese brauchen wir jetzt nicht. Jetzt braucht es Fingerspitzengefühl und eine gewisse Diplomatie. Der Bundespräsident muss sich diplomatisch und im Zusammenhang mit Parlament, Regierung und Gerichtsbarkeit um Stabilität bemühen. Nicht der starke Mann ist gefragt, sondern Einfühlungsvermögen. Die aktuellen Themen verlangen das“, sagt er.

Vertrauenskrise ist spürbar

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Bildungsdirektor Johann Heuras.
Foto: Penz

Bildungsdirektor Johann Heuras ortet in Bezug auf die Demokratie eine negative Entwicklung: „Leider ist da eine Vertrauenskrise spürbar, belegt auch durch Umfragen bei jungen Menschen. Das ist besorgniserregend. Wenn manche Bewerber um das höchste Amt im Staat dies als Plattform für persönliche Profilierung verwenden, gibt das zu denken.“ Heuras hofft, dass kein zweiter Wahlgang notwendig und die Wahlbeteiligung hoch ist.

Viele hunderte Wahlhelfer stehen im Einsatz

Eine wichtige Funktion kommt wieder den zahlreichen Wahlhelfern zu. Und auch wenn ÖVP und SPÖ heuer keinen Kandidaten aufstellen, werden diese großteils aus ihren Reihen rekrutiert. „Es konnten alle Sprengel besetzt werden, insgesamt helfen von uns etwa 250 bis 300 Personen mit“, erklärt SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Siegfried Köhsler. Die Zusammensetzung der Sprengel richtet sich übrigens nach der Nationalratswahlordnung. Je mehr Mandate eine Partei erreicht, desto mehr Beisitzer können nominiert werden. „Auch die FPÖ könnte viele Helfer schicken, das passiert aber leider oft nicht, das heißt, die Arbeit bleibt bei SPÖ und ÖVP“, sagt Köhsler aus.

ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Markus Ebner unterstreicht, dass Wahlhelfer für freie und demokratische Wahlen wichtig seien. Er dankt allen, die sich dafür zur Verfügung stellen. „Mir sind keine Probleme bei der Mobilisierung von Freiwilligen für die Volkspartei bekannt. Inklusive Waidhofen sind etwa 850 Personen im Einsatz.“

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