Corona sorgt für einen stillen Advent. Die traditionellen und gut besuchten Weihnachtsmärkte finden in der Region Amstetten heuer nicht statt. Auch die beliebten Punschstände wird es nicht geben.

Von Hermann Knapp, Peter Führer und Ingrid Vogl. Erstellt am 14. Oktober 2020 (06:01)
Symbolbild
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Stell dir vor, es ist Advent und keiner darf hingehen: Die Vorweihnachtszeit wird heuer im Bezirk anders sein als in den letzten Jahren. Die beliebten und gut besuchten Weihnachtsmärkte können aufgrund des Coronavirus in gewohnter Form nicht stattfinden.

Fix abgesagt ist zum Beispiel der Mostviertler Advent im Am-stettner Schulpark. „Aufgrund der Gegebenheiten dort ist es nicht möglich zu kontrollieren, wo die Leute hereinkommen. Wir könnten daher die Einhaltung der Covid-Regeln nicht garantieren“, sagt Georg Trimmel, Geschäftsführer der Amstettner Marketing GmbH. Auch die Stille Weihnacht im Schloss Ulmerfeld wird es in der gewohnten Form nicht geben. „Die Kunsthandwerker haben ja drinnen ausgestellt und es ist unmöglich ein größere Zahl von Menschen durch das Stiegenhaus zu leiten“, sagt Trimmel. Geplant ist aber eine kleinere Version für die Bevölkerung vor Ort. Das ist auch Ortsvorsteher Anton Geister ein großes Anliegen.

Kein Weihnachtswald am Hauptplatz

Am Amstettner Hauptplatz wird es heuer auch keinen Weihnachtswald geben, „denn da hätten wir zu viele kleine Plätze, wo die Leute zu eng beieinander wären. Wir arbeiten derzeit an einem coronakonformen Konzept für unseren Weihnachtsmarkt am Hauptplatz.“ Ziel des Stadtmarketings sei es, „der Amstettner Bevölkerung einen stimmungsvollen Advent bieten zu können – auch mit musikalischen Einlagen.“ In welcher Form das möglich sein wird, hängt von der finalen Verordnung des Gesundheitsministeriums ab – ebenso, ob es Punschstände geben kann. In Winklarn fiel heuer schon der gesamte Kulturherbst ins Wasser und auch auf den Weihnachtsmarkt werden die Bürger verzichten müssen. „Die Veranstaltungen sind aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Beim Weihnachtsmarkt wären nur 100 Besucher erlaubt. Dazu müssten diese beim Konsumieren sitzen. Das zahlt sich vielleicht aus, wenn man die Veranstaltung über einen Monat strecken könnte, aber nicht für ein paar Tage“, erklärt Vizebürgermeister Peter Ebner.

Der traditionelle Christkindlmarkt in St. Georgen findet ebenfalls nicht statt. Dennoch arbeitet man in der Marktgemeinde an einem – deutlich reduzierten – Alternativprogramm. „Wir wollen schon etwas bieten, damit die Bürger in Adventstimmung kommen können. An dem Wochenende ist in der Kirche ein Orgelkonzert geplant. Die Idee ist, dass dieses ins Freie übertragen wird und man draußen zuhören kann. Zusätzlich werden vielleicht zwei bis vier ‚Standln‘ aufgestellt und ein Weihnachtsbaum-Verkauf angeboten“, verrät Bürgermeister Christoph Haselsteiner. Der klassische Kunsthandwerksmarkt ist aufgrund der aktuellen Bedingungen kein Thema.

Auch in Neustadtl, Zeillern und Euratsfeld (Stockplatz) wird es heuer keinen großen Weihnachtsmarkt geben.

Keine flammende Schlossweihnacht

Ebenfalls schon gecancelt ist die „Flammende Schlossweihnacht“ in St. Peter. „Es ist viel zu eng, um den Weihnachtsmarkt in der gewohnten Form abhalten zu können“, sagt Kulturreferentin Susanne Pfaffeneder.

Die Wirtschaft überlege noch, ob sie eine Art längeren Einkaufstag mit weihnachtlichem Flair veranstalten könne. Wenn man im Stehen nichts konsumieren dürfe, werde das aber schwierig. Das für 25. Oktober geplante Herbstkonzert des Musikvereins wurde übrigens auch abgesagt. Pause macht aufgrund der aktuellen Corona-Situation auch die „Flammende Hofweihnacht“ im Meierhof des Stiftes Seitenstetten und auch der Advent im Dorf in Biberbach wird wohl heuer nicht stattfinden.

In St. Valentin hat man sich angesichts der aktuellen Situation (Coronacluster nach Storchaufstellen) entschlossen, alle Gemeindeveranstaltungen abzusagen. Daher wird der Christkindlmarkt nicht stattfinden. Ob es in Haag den Musischen Advent geben wird, wird in der Vorstandssitzung des Stadtmarketingvereins am Dienstag (13. Oktober) entschieden. Eine Absage ist wahrscheinlich.

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