Das Virus greift um sich. Die Zahlen steigen, die Infektionswege lassen sich aber nachvollziehen. Die größte Gefahr für einen Coronacluster geht im Bezirk Amstetten nach wie vor von privaten Feiern aus.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:38)
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Nach dem Cluster im Raum St. Valentin, der beim Storchaufstellen für frisch gebackene Eltern entstanden ist, hat sich die Lage im Bezirk stabilisiert. „Wir steigen zwar, können bis auf einen Fall aber zuordnen, wie die Ansteckung passiert ist. Oft geschieht es in der Firma, aber auch bei privaten Feiern“, sagt Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer. Mit Stand Montag waren im Bezirk 49 Personen positiv auf Covid-19 getestet und rund 250 in Quarantäne. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Ausbruch der Pandemie im März ist im Bezirk auf 459 gestiegen.

In Amstetten gibt es derzeit fünf positiv getestete Personen, darunter eine dreiköpfige Familie. Das Kind besucht die Volksschule in der Preinsbacherstraße. „Ich wurde von einem Elternteil angerufen, das mir mitgeteilt hat, dass sein Kind positiv auf Corona getestet wurde. Ich habe daraufhin sofort die Bezirkshauptmannschaft informiert“, berichtet Volksschuldirektorin Christine Schmutz. Zwei Lehrer wurden von der Behörde in Quarantäne geschickt.

Kinder unter zehn Jahren nicht in Quarantäne

Die Mitschüler können weiterhin am Unterricht teilnehmen, denn das Gesundheitsministerium hat empfohlen, Kinder bis zu zehn Jahren auch bei einem bestätigten Coronavirus-Fall in der Klasse bzw. in der Gruppe nur als „Kategorie II-Kontakt“ einzustufen. Das Risiko einer Übertragung durch Kinder unter zehn Jahren wird als gering angesehen, daher müssen diese nicht mehr automatisch in Quarantäne.

„Wir halten ohnehin seit Schulbeginn alle Sicherheits- und Hygienevorschriften strikt ein und führen auch das Contact Tracing durch“, sagt Schmutz. Man habe damit rechnen müssen, dass das Coronavirus die Schulen im Bezirk nicht verschonen werde. „Wir müssen einfach professionell damit umgehen“, betont die Direktorin.

Das sieht auch Bürgermeister Christian Haberhauer so: „Die Schule hat sehr gut und richtig reagiert. Wir haben in Amstetten derzeit fünf Corona-Fälle, die sich aber nachvollziehen und eingrenzen lassen. Ich möchte einmal mehr an die Eigenverantwortung der Bürger appellieren. Wenn wir uns alle an die vorgegebenen Regeln halten, werden wir die Ausbreitung des Virus eindämmen können.“

Seit Freitag der Vorwoche befindet sich auch St. Georgens Bürgermeister Christoph Haselsteiner in Quarantäne.

Offen mit der aktuellen Situation umgehen

Er hatte beruflich Kontakt mit einer Person, die später ein positives Testergebnis erhielt. „Der Kontakt war länger als eine Viertelstunde, daher habe ich einen Absonderungsbescheid erhalten“, erklärt Haselsteiner. Er hat selbst keine Symptome, sich aber auch selbst einem Test unterzogen, der negativ war. Einen engeren Kontakt zu anderen Personen habe er in den vergangenen Tagen nicht gehabt.

Bürgermeister Christop hHaselsteiner ist in Quarantäne.
Gemeinde

Seine beruflichen Termine musste Haselsteiner absagen, stattdessen arbeitet er für die nächsten zehn Tage, so lange dauert die Quarantäne, im Homeoffice. Man müsse mit der aktuellen Situation eben umgehen lernen. Dazu gehört auch ein offener Umgang. „So etwas passiert schneller als man glaubt. Die Pandemie ist kein Hirngespinst, umso wichtiger sind Abstand halten, das Verwenden von Masken und ausreichende Hygiene“, sagt er.