Der Euro als Bargeld feiert 20-Jähriges

Erstellt am 19. Januar 2022 | 03:50
Lesezeit: 4 Min
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Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Amstetten, Adolf Hammerl, äußert sich über die Vor- und Nachteile der Einführung des Euros im Jahre 2002.
Foto: Margit Brückner
Die Gemeinschaftswährung verbindet heute 19 Länder und zählt zu den wichtigsten Zahlungsmitteln der Welt.
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Am 1. Januar 1999 wurde der Euro eingeführt. Die Einführung beschränkte sich zunächst auf elektronische Buchungen und drei Jahre später – am 1. Januar 2002 – folgte das Bargeld. Der Wechsel vom Schilling zum Euro fiel vielen Bürgern nicht leicht.

Laut Vorstandvorsitzendem Adolf Hammerl von der Sparkasse Amstetten haben sich jedoch die positiven Erwartungen an den Euro erfüllt. Das Bezahlen in allen Ländern des Euroraums und die Möglichkeit für bargeldlose Zahlungen wurden dadurch erleichtert.

Adolf Hammerl war und ist Befürworter des Euros

„Die Einführung einer gemeinsamen Währung bewirkt vor allem für unsere Haupthandelspartner Deutschland und Italien eine wesentliche Erleichterung des Waren- und Dienstleistungsverkehrs. Die ökonomischen Erwartungen haben sich in Bezug auf den Import und Export erfüllt, die Kosten haben sich durch den Wegfall von Fremdwährungstransaktionen deutlich reduziert“, erklärt Hammerl.

 Die Vorteile des Euros überwiegen bei Weitem. Unter anderem ist der Preisvergleich von Waren und Dienstleistungen einfacher geworden.“ Adolf Hammerl, Vorstandsvorsitzender

 Die Bevölkerung und die teilnehmenden Länder sind mit unterschiedlichen Erwartungen und Befürchtungen an den Euro herangegangen. Als gesellschaftliche Komponente war der Hauptgrund die Konstruktion der EU, einer politischen und wirtschaftlichen Zusammenführung der teilnehmenden Länder, was mehr Stabilität zur Folge mit sich bringen sollte und als Friedensprojekt, als greifbares Symbol der europäischen Integration.

„Die Preise der Waren sind in Relation zum Einkommen gesunken, die Kaufkraft in den letzten Jahren gestiegen. Dass manche Preisentwicklungen schwer nachvollziehbar sind, beruht nicht nur auf der Einheitswährung, sondern diese sind auch auf andere Faktoren zurückzuführen. Die relative Verbilligung beispielsweise von Fleischprodukten hat auch ökonomische Gründe. Und gute Qualität von Lebensmitteln beziehungsweise Waren aller Art hat eben ihren Preis.

Er persönlich war und ist nach wie vor Befürworter des Euros. Die Menschen sollten, wenn sie sentimental über den Schilling nachdenken, den großen Nutzen des Euros sehen. „Die Vorteile des Euros überwiegen bei Weitem. Durch die einheitliche Währung ist die Transparenz gestiegen, der Preisvergleich von Waren und Dienstleistungen ist einfacher geworden. Die Befürchtungen vieler Menschen, wonach durch den Euro die Preise deutlich steigen würden, ist nicht eingetroffen.“

Vor allem die integrative Wirkung des Euros ist nicht zu unterschätzen. „Er hat zu einem weiteren Zusammenwachsen der EU geführt. Der Erfolg des „Friedensprojekts EG/EU“ ist auch dadurch gesichert worden.“

Es sollten und werden noch weitere EU-Länder den Euro einführen, zunächst ist Kroatien an der Reihe. Da mit dem Eintritt in einen Währungsraum natürlich wirtschaftspolitischer Spielraum verloren geht, ist es enorm wichtig, dass diese Länder ihren Staatshaushalt im Griff haben.

„Gute Qualität von Waren hat eben ihren Preis“

Zum Umtausch von Schilling in Euro gibt es kaum mehr Anfragen. „In unseren Filialen gibt es auch grundsätzlich keine Umtauschmöglichkeit mehr. Wenn Kunden ihre Schilling-Bestände umtauschen wollen, müssen sie dies bei der Österreichischen Nationalbank machen“, berichtet Vorstandsvorsitzender Adolf Hammerl.

Die hohen Bestände an nicht zurückgekommenen Schilling-Münzen und -Scheinen sind teilweise auf das private Sammeln zurückzuführen. Immer wieder werden auch Bestände im Zuge von Umbaumaßnahmen oder Möbelentsorgungen „entdeckt“.

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