Der Zauber der zwei Räder

Immer mehr Menschen sind auf zwei Rädern unterwegs - auch im Bezirk Amstetten. Sicherheit hat dabei oberste Priorität.

Hermann Knapp
Hermann Knapp Erstellt am 30. Juni 2021 | 04:27
Der Zauber mit 2 Rädern
Die Mitglieder des Old Skool Vespa Clubs Ferschnitz teilen die Liebe zur Vespa und führen gemeinsam zahlreiche Aktivitäten durch.
 
Foto: Führer

„Das Vespa-Fahren ist eine Lebenseinstellung. Bei uns hat es schon in der Jugendzeit mit den Mopeds begonnen. Dann sind wir nach einigen Jahren wieder zusammengetroffen und haben den Verein gegründet. Es macht Spaß, gemeinsam unserem Hobby nachzugehen“, erklären Markus Kaltenbrunner und Christian Augsten vom Old Skool Drivers – Vespa Club Ferschnitz.

Immer mehr Mitglieder

Seit 2007 gibt es den Verein, der Mitgliederstand wuchs in den vergangenen Jahren deutlich an. Vor vier Jahren feierte man das Jubiläum mit einem großen Fest. Generell stehen immer wieder Veranstaltungen oder auch mitunter mehrtägige Ausfahrten auf dem Programm. „Wir haben eine Österreich-Rundfahrt gemacht und waren öfters bei den ‚Vespa World Days‘ dabei. 2019 war dieser in Budapest. Außerdem treffen wir uns auch regelmäßig in unserem Clubraum“, führt Kaltenbrunner über das Vereinsleben aus.

„Da hilft es, wenn man sich mit der Maschine etwas auskennt und weiß, was zu tun ist“ Markus Kaltenbrunner

Die Mitglieder fahren dabei mit großteils älteren Gefährten mit der traditionellen Handschaltung. Gemütlichkeit steht bei den Ausfahrten im Vordergrund. Außerdem schadet es nicht, über technische Kenntnisse zu verfügen. „Wir schrauben auch selber herum, denn es kann immer wieder, besonders bei längeren Touren, zu Pannen kommen. Da hilft es, wenn man sich mit der Maschine etwas auskennt und weiß, was zu tun ist“, verrät Kaltenbrunner.

Immer mehr Menschen auf zwei Rädern unterwegs

Die Mitglieder des Vespa Clubs stehen stellvertretend für eine deutlich wachsenden Gruppe: Menschen, die auf Rollern, Motorrädern, E-Bikes, Fahrrädern, oder Scootern unterwegs sind. Ganz wichtig dabei ist der Sicherheitsaspekt. Vorausschauendes Fahren ist auf zwei Rädern besonders angesagt, um das Risiko von – oft unverschuldeten – Unfällen zu minimieren.

Bezirk verhältnismäßig unfallfrei

Während es in Niederösterreich heuer schon zu vielen Unfällen gekommen ist, halten sich diese im Bezirk erfreulicherweise in Grenzen. Und doch hat schon im Jänner ein 17-Jähriger sein Leben gelassen. Er fuhr von Wallsee kommend mit einem Motorrad ohne Zulassung und vermutlich auch ohne Licht auf dem Treppelweg in Richtung Au an der Donau und übersah eine Schranke. Auch bei Radfahrern gibt es immer wieder Vorfälle.

Vom Ybbstalradweg wurden heuer bislang drei Unfälle gemeldet. Zuletzt wollte eine Frau einer Schlange auf dem Weg ausweichen und stieß dabei mit dem Kopf gegen ein Verkehrszeichen. Unfallanfällig sind auch E-Biker, die oft die Geschwindigkeit unterschätzen, mit der sie unterwegs sind.

Helm tragen und Kontrolle vor der Fahrt

Chefinspektor Ferdinand Humpl vom Bezirkspolizeikommando rät auf jeden Fall, vor Beginn einer Fahrt das Motorrad oder das Bike zu kontrollieren und einen Helm zu tragen. Herbert Haselsteiner vom Roten Kreuz Amstetten ergänzt, dass sich besonders E-Biker nicht überschätzen sollen. „Wichtig ist, dass man auf seine Kondition achtet. Auch ein Helm macht viel Sinn“, sagt er.

Richtige Motorrad-Unfallhäufungsstrecken orten Haselsteiner und Humpl im Bezirk nicht. Die gäbe es laut Humpl eher bei den kurvenreichen Straßen im Waldviertel oder Mariazell. Wertvolle Tipps für die Sicherheit, insbesondere für das Motorradfahren, hat Kinga Klara Iliuta von Lietz Motorrad parat: „Am optimalsten ist eine Vollausstattung. Es ist auch wichtig, mit dem Sicherheitsbewusstsein zu fahren, dass man keine Knautschzone hat. Zusätzlich zum Helm machen eine ordentliche Jacke, Hose, Stiefel und Handschuhe Sinn“, rät sie.

Man dürfe eben bei aller Vorsicht nicht vergessen, dass man am kürzeren Ast sitzt, wenn man übersehen wird. Technologisch würde es bei der Schutzausrüstung immer neue Entwicklungen geben. So gibt es mittlerweile sogar Airbag-Westen, die den Schutz für die wichtigsten Körperteile noch einmal deutlich erhöhen. „Die gibt es auch schon zu einem erschwinglichen Preis. Vor zwei Jahren lag der noch bei 2.000 Euro, jetzt sind wir bei etwa 600 Euro“, führt Iliuta aus.

Fahrsicherheitstrainings ÖAMTC gibt Sicherheit

Wer seine Fähigkeiten trainieren will, kann dies bei den Fahrsicherheitstrainings des ÖAMTC im Fahrtechnik-Zentrum Melk/ Wachauring tun. „Darüber hinaus bieten wir seit einigen Jahren kostenlose E-Bike-Kurse für Anfänger, Wiedereinsteiger und Fortgeschrittene an. Auf unserer Website werden die Termine und die Kursinhalte beschrieben“, erklärt Pressesprecher Bertram Gross. Hier finden sich auch Informationen über Förderungen. Die Nachfrage nach Kursen sei, da im Vorjahr die Programme nur eingeschränkt angeboten wurden, höher.

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