Die Mostheurigen öffnen. Trotz Abstandsregeln und Maskenpflicht für das Personal sind die Betreiber der Mostheurigen froh, dass sie ab 15. Mai endlich wieder ihre Gäste verwöhnen dürfen.

Von Hermann Knapp, Hans Schoder und Heribert Hudler. Erstellt am 15. Mai 2020 (04:07)
Gerlinde, Sarah und Günther Resch vom Mostheurigen in Neuhofen/Hörlesberg freuen sich auf ihre Gäste. 
Hudler

Das Warten hat ein Ende: Nach 63 Tagen Coronasperre öffnen die ersten Mostheurigen am Freitag wieder ihre Pforten. Natürlich gelten die selben Richtlinien wie in der Gastronomie. „Aber die Abstandsregeln sind wir ja alle schon gewohnt. Und wichtig ist doch, dass die Gäste auf´s freundlichste empfangen und mit selbst gemachten Köstlichkeiten verwöhnt werden“, sagt Andreas Ennser, Geschäftsführer des Obstbauverbandes.

Auch Mostbaron Josef Zeiner aus Zeillern freut sich schon darauf, seine Stammgäste wieder zu sehen. „Wir werden natürlich nur jeden zweiten Tisch besetzen, aber dafür bei schönem Wetter auch unsere Terrasse nutzen“, kündigt er an. Zeiner rät den Besuchern zur telefonischen Voranmeldung. Seine Mitarbeiter wird er mit Plexiglasschirmen ausstatten. „Denn sie sollen die Gäste ja auch anlachen können. Das ist in unserer Branche wichtig.“

Zeiner wird das Mostg’wölb künftig auch am Freitag aufsperren, um mehr Gästen die Möglichkeit zum Heurigenbesuch zu geben. Der Regierung bescheinigt er, beim Herunterfahren einen sensationellen Job gemacht zu haben. „Aber inzwischen glaube ich, dass die Leute genug Eigenverantwortung entwickelt haben. Es ist Zeit wieder aufzusperren. Busunternehmen oder auch Betreiber von Nachtklubs werden die Krise sonst nicht überstehen.“

Mostbaron Hans Hiebl in Krottendorf bei Haag wird seinen Heurigen am 21. Mai erstmals wieder öffnen. „Das Jausenabholen hat zwar gut funktioniert, aber auch wir sind natürlich froh, wenn wir die Gäste wieder in unserem Haus bewirten können“, sagt der Obmann des Obstbauverbandes. Auch Hiebl wird natürlich in seinem Mostheurigen aufgrund der Abstandsregeln nicht alle Tische besetzen können. „Aber wir haben ja erst kürzlich ausgebaut und daher relativ viel Platz.

Außerdem können wir bei schönem Wetter auch draußen noch mehr Tische aufstellen.“ Was Hiebl nicht schlüssig erscheint, ist die Regelung, dass an einem Tisch nur vier Personen sitzen dürfen. „Soll ich dann eine achtköpfige Familie, die in einem Haus lebt, plötzlich aufteilen? Das wird niemand verstehen.“ Auch Hiebl wird sein Personal mit Plexiglas-Visieren ausstatten. „Die Leute wollen ja unsere Gesichter sehen. Und außerdem sind die Visiere nicht so heiß wie die Masken.“

Vorbereitungen für reibungslosen Betrieb

Auch die Familie Resch vom Mostheurigen in Neuhofen/Hörlesberg ist froh, dass es nun wieder losgeht. „Wir freuen uns sehr, dass wir am 15. Mai wieder Gäste bewirten können. Natürlich haben wir alle Vorbereitungen für einen reibungslosen Betrieb getroffen und werden alle vorgeschriebenen Maßnahmen der Behörden erfüllen“, sagt Günther Resch.

Vorfreude herrscht auch bei Familie Prigl in Euratsfeld. „Wir sind für die Wiedereröffnung gerüstet und haben die Tischanzahl im Hof im Sinne der Abstandregeln verdoppelt“, sagt Martin Prigl. „Wir wollen so viel Gemütlichkeit wie möglich bieten, appellieren aber an alle Gäste, dass es aufgrund der Vorschriften etwas anders werden wird.“

Umfrage beendet

  • Gastro-Öffnung: Habt ihr bereits einen Lokalbesuch geplant?