Dramatische Zahlen am Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit hat sich im Mostviertel fast verdoppelt.

Peter Führer
Peter Führer Erstellt am 06. Mai 2020 | 04:35
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Harald Vetter zieht eine positive Bilanz: Die Arbeitslosigkeit sinkt.
Foto: B.V.Lachner_Photosandmore.at

Die Coronakrise bringt für den heimischen Arbeitsmarkt historische Höchststände. Ende April waren im Bezirk 3.561 Personen (1.790 Männer, 1.771 Frauen) beim Arbeitsmarktservice (AMS) Amstetten arbeitslos vorgemerkt. Verglichen mit dem April des Vorjahres sind das um 1.826 Personen (plus 105,2 Prozent) mehr und damit hat sich die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Steigerungen von mehr als 100 Prozent verzeichnen alle Bezirke im Mostviertel.

Diese große Steigerung sieht im Niederösterreich-Vergleich (+ 69,8 Prozent) zwar dramatisch schlechter aus, erklärt sich aber aufgrund des Vergleichs mit der Vollbeschäftigung im Mostviertel vom Vorjahr.

„Wir gehen zwar davon aus, dass viele der im März/April arbeitslos gewordenen Personen bei einer Normalisierung der Lage wieder bei ihren Stammbetrieben die Arbeit aufnehmen können, trotzdem müssen wir uns auch im Bezirk in den nächsten Monaten auf eine hohe Arbeitslosigkeit einstellen“, befürchtet der Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservice Amstetten, Harald Vetter. „Vor allem bei Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder ohne Ausbildung ist die Gefahr der Verfestigung von Arbeitslosigkeit auch bei verbesserter Wirtschaftslage groß“, sagt Vetter weiter.

Ein kleiner Lichtblick ist, dass sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Ende März (3.615) dieses Jahres nicht nochmals erhöht hat, sondern 1,5 Prozent zurückgegangen ist.

Der Kurzarbeit sei es zu verdanken, dass die Arbeitslosigkeit im Bezirk nicht in noch dramatischere, unvorstellbare Höhen geklettert ist, sagt Vetter.

Bis Ende April haben 800 Betriebe im Bezirk Kurzarbeit aufgrund der Coronakrise beim AMS beantragt. „Vom Kleinunternehmen mit einem Mitarbeiter bis hin zu großen Industriebetrieben wird die Kurzarbeitsbeihilfe in Anspruch genommen und rettet so enorm viele Arbeitsplätze in der Region“, berichtet Geschäftsstellenleiter Harald Vetter.