Amstetten

Erstellt am 11. Januar 2017, 05:08

von Doris Schleifer-Höderl

Ein Offizier schwingt den Taktstock. Seit März 2014 gibt Hauptmann Stefan Weber beim Bezirksbäuerinnenchor Amstetten den Ton an.

Hauptmann Stefan Weber mit seinen Damen bei einem Auftritt. „Wir suchen dringend stimmliche Verstärkung und würden uns freuen, wenn sich interessierte Bäuerinnen melden würden!“  |  NOEN, Josef Plaimer

„Meine Mutter hat mit mir und meiner Schwester immer viel gesungen“, berichtet Hauptmann Stefan Weber, Berufsoffizier in der Ostarrichi Kaserne, zurzeit im Stabsdienst als Wirtschaftsoffizier tätig. Der gebürtige Südburgenländer kann aber nicht nur gut singen, sondern auch musizieren. Neben Flöte, Klavier und Trompete beherrscht er auch das Orgelspiel und spielt Posaune.

Stefan Webers Ziel ist es, den Chor auf 40 Mitglieder zu erweitern.  |  NOEN, Schleifer-Höderl

Zum Dirigieren kam der heute 33-jährige Berufssoldat, der seit 2015 auch Priester in der Neuapostolischen Kirche Österreichs ist, durch Zufall. „Bei der Kapellenwanderung, die unsere Kaserne Jahr für Jahr mit den unmittelbaren Nachbarn durchführt, hat mich Elfriede Höttl vom Bezirksbäuerinnenchor spontan auf meinen Gesang angesprochen und gefragt, ob ich nicht den Chor leiten möchte.“

Weber, der auf 15 Jahre Gesang im Chor der Kirche in Mühlgraben sowie im Kirchenchor der Neuapostolischen Kirche in Graz verweisen kann, sagte zu. Bei der ersten Probe kamen acht Damen, mittlerweile sind es 22, die sich 14-tägig jeweils am Montag in der Landwirtschaftlichen Fachschule Gießhübl einfinden. Die Mitglieder des drei- bis vierstimmigen Chores kommen aus Amstetten und Umgebung.

„Es macht ungemein viel Freude, mit den Damen zu arbeiten“, gesteht der Wahlsteirer, der in Leibnitz lebt. „Die Stimmbildung des Chores ist exzellent, da hat Leo Berger Großartiges geleistet. Ich arbeite nun an der Rhythmik und dem Ausdruck. Danken möchte ich unserem Kommandanten Oberstleutnant Rudolf Halbartschlager, der es mir zeitlich ermöglicht, den Chor zu leiten.“

Er tut sich auch nicht schwer, bei so vielen Damen den Ton anzugeben. „Da kommt mir mein Beruf als Soldat gelegen. Das Kommandieren kommt bei den Chormitgliedern gar nicht so schlecht an. Aber Scherz beiseite: Ich lege Wert darauf, dass bei den zweistündigen Proben so viel wie möglich gesungen wird.“

„Mein Ziel ist, den Chor auf 40 Sängerinnen aufgestockt zu haben. Ob mein Charme dazu ausreicht, kann ich noch nicht sagen!“

Stefan Weber schmunzelnd

Weber, der auf jeden Fall noch bis 2018 in der Ostarrichi Kaserne stationiert sein wird, möchte den Bezirksbäuerinnenchor fit für die Zukunft machen. „Daher suchen wir auch Nachwuchs. Wenn wir einige Jungbäuerinnen gewinnen könnten, wäre das super!“ Bei diesem engagierten Chorleiter, der die Chorauftritte ausschließlich in Galauniform absolviert, dürfte dies doch kein so großes Problem sein, oder?

Weber schmunzelt: „Ich habe mir zum Ziel gesetzt, wenn ich die Kaserne verlasse, den Chor auf 40 Sängerinnen aufgestockt zu haben. Ob mein Charme dazu ausreicht, kann ich noch nicht sagen!“ Was jedoch schon fix ist: Stefan Weber ist bereits daran, seine Nachfolgerin anzulernen, damit der Chor nicht 2018 um seinen Weiterbestand bangen muss.

Gegründet wurde der Bezirksbäuerinnenchor 1990. Nachdem Leo Berger nach 25-jähriger Tätigkeit die Leitung des Chores beendete, stand man vor der Auflösung. Doch durch das Engagement von Hauptmann Stefan Weber ist sein Weiterbestand gesichert.

Im Schnitt gibt es sieben Auftritte im Jahr zu absolvieren. Das Repertoire umfasst zurzeit an die 440 Lieder – vom klassischen Kirchengesang bis hin zur traditionellen Volksmusik.

Der Bezirksbäuerinnenchor sucht Nachwuchs. Interessentinnen können sich bei Hauptmann Stefan Weber unter der Handynummer 0664/4105898 melden.