Energiewende: Ölheizungen werden verboten. Im Bezirk Amstetten wird Strom für 78.900 Haushalte aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt – damit wird eine Versorgungsquote von 200 Prozent erreicht.

Von Daniela Führer. Erstellt am 17. August 2017 (05:38)
Hudler
Landtagsabgeordneter gda-Obmann im Bezirk, Anton Kasser, berichtet, dass der gelbe Sack in seiner Gemeinde Allhartsberg bereits gut angenommen wird.

Energie, Abfall, Breitband. Zu diesen drei Themen legte Landtagsabgeordneter, Obmann des Gemeindedienstleistungsverbandes im Bezirk und Präsident des Vereins „Die NÖ Umweltverbände“, Anton Kasser, in einem Pressegespräch vergangene Woche Bericht ab. Dabei beeindruckte etwa die Menge an Ökostrom, der alleine im Bezirk produziert wird.

E-Tankstellen: „Nirgends so gut aufgestellt wie bei uns“

„Wir erzeugen fast doppelt so viel Strom aus erneuerbarer Energie, wie wir brauchen. Wir könnten 78.900 Haushalte beliefern und haben zirka 40.000“, berichtete Kasser. Maßgeblich zum Ökoerfolg trägt bei: „Fast alle öffentlichen Dächer sind mittlerweile mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und ich bin auch froh, dass uns mit der Ökostromnovelle vorerst für die nächsten drei Jahre gelungen ist, Sicherheit für die Biomasse zu schaffen, immerhin haben wir im Bezirk die meisten Biomasseanlagen“, sagt Kasser.

Ein weiterer Schritt, um eine Energiewende zu forcieren, wurde vor Kurzem im Landtag beschlossen: „Für Neubauten werden Ölheizungen verboten, ab 1.1.2019 tritt das in Kraft“, sagte der gda-Obmann. Darüber hinaus braucht es für Biomasseheizwerke bis 50 kw keine Baubewilligung mehr. „Diese sind nur noch anzeigepflichtig.“

Auch hinsichtlich E-Autos ist der Bezirk Amstetten Vorreiter. „Nirgends ist man, was E-Tankstellen anbelangt, so gut aufgestellt wie bei uns. Mittlerweile ist es hier attraktiv, zumindest als Zweitauto einen E-Wagen zu fahren. Es zahlt sich jetzt auch wirklich aus, denn es gibt beim Kauf eines E-Autos insgesamt 5.300 Euro Förderung von Bund und Land“, wirbt der Landtagsabgeordnete.

Nach Anfangsdebatten: Qualität bei Mülltrennung besser

Beim Thema Abfall berichtet Kasser von einer hohen Akzeptanz seitens der Bevölkerung, was den Wegfall der Mehrkammern-Mülltonne (Mekam) sowie die Einführung des gelben Sacks für Verpackungsmüll betrifft.

„Es gab Anfang viele Diskussionen, aber speziell in Allhartsberg, wo beides im Frühjahr umgestellt wurde, läuft alles ohne Probleme. Die Leute sind zufrieden mit ihrer eigenen Biotonne und auch mit den gelben Säcken, denn diese kriegt man unbegrenzt und sie werden wie auch die Tonnen von der Müllabfuhr von zuhause abgeholt.“ Die Qualität der Mülltrennung sei bereits merklich besser. „Das pfeift“, ist Kasser stolz.

Beim Thema Breitband wieder um sieht er noch großen Handlungsbedarf. „Wir erwarten uns von Landesrätin Bohuslav im Herbst klare Aussagen, wie die Reise im ländlichen Raum weitergeht. Wir haben jetzt die Pilotregionen, erwarten uns aber danach, dass der Ausbau bei uns weitergeht.“

Konkret spricht er dabei das restliche Ybbstal mit Allhartsberg, Kematen und Sonntagberg an, das gegenwärtig nicht in das Breitband-Pilotprojekt im Ybbstal involviert ist. Den politisch angekündigten flächendeckenden Breitband-Ausbau mit 2030 hält Kasser für „viel zu spät. Wir werden auch früher dran sein, denn die Gemeinden legen bereits irre viel mit. Es gibt keine Kinette ohne Lichtwellenleiter“, ist er überzeugt.