Ernte: „Endlich wieder ein normales Jahr“. Bauern sind mit den Erträgen zufrieden. Einkommenssituation nach wie vor angespannt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. Oktober 2020 (12:18)
Bezirksbauernkammerobmann Josef Aigner (links) und Bezirksbauernbundobmann Anton Kasser sind mit der diesjährigen Ernte zufrieden. Auch der Mais verspricht einen guten Ertrag.
Hudler

„Wir hatten endlich wieder einmal ein Jahr mit normalen Niederschlägen. Die Ernte ist daher gut ausgefallen und die Bauern konnten auch wieder Futterreserven aufbauen“, sagt Bezirksbauernkammerobmann Josef Aigner. Beim Getreide sei der Ertrag sogar im oberen Bereich angesiedelt, was allerdings dazu führe, dass sich die Preise nach unten entwickeln. „Für Nassmais mit 30 Prozent Feuchtigkeit bekommen die Landwirte heuer 85 Euro pro Tonne, im Vorjahr waren es über 100“, berichtet der Kammerobmann.

Auch auf den Schotterböden – etwa im Raum St. Valentin – hat der Ertrag bei der Soja- und Rübenernte heuer gepasst. Im Bezirk werden derzeit rund 600 Hektar Zuckerrüben angebaut, künftig könnten es wieder mehr sein. Um den Standort ihrer Zuckerfabrik Leopoldsdorf zu erhalten, bietet die Agrana ja Rübenbauern Dreijahresverträge mit einem garantierten Mindestpreis an. Derzeit werden in NÖ rund 27.000 Hektar angebaut. „38.000 Hektar braucht es, um die Versorgung mit heimischen Zuckerrüben sicherzustellen“, sagt Aigner.

Zufrieden mit der diesjährigen Ernte ist auch Bezirksbauernbundobmann Anton Kasser. „Sich heuer zu beschweren wäre Jammern auf hohem Niveau.“ Der VP-Politiker hofft, dass die Menschen aus der Coronakrise das Bewusstsein für die Wichtigkeit regionaler Produktion mitnehmen. „Die wird es langfristig nur geben, wenn die Bauern auch Geld verdienen können. Derzeit ist es so, dass man sie alle paar Jahre Luft schnappen lässt und dann wieder unter Wasser drückt. Das wird langfristig nicht funktionieren.“ Kaser fordert daher, dass die Herkunftsbezeichnung gesetzlich niedergeschrieben wird und er wünscht sich, dass Konsumenten beim Einkauf künftig noch mehr zu regionalen Produkten greifen.