Feuerwehren zeigten "Power" auf dem Wasser. 1.500 Zillenbesatzungen zeigten auf der Donau in Ardagger ihr Können.

Von Heribert Hudler. Erstellt am 28. August 2018 (07:07)
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Beim Landeswasser-Dienstleistungswettbewerb der Feuerwehr werden jedes Jahr die besten Zillenfahrer des Landes gesucht. Die Teilnehmer sollen so auf Katastropheneinsätze vorbereitet werden.

1.500 Zillenbesatzungen der Feuerwehr Niederösterreich haben sich von Donnerstag bis Samstag in Ardagger gemessen. Am Sonntag wurden die Sieger der Zillenmeisterschaften gekürt. Der Bewerb hat einen ernsten Hintergrund, denn mit den Zillen kann die Feuerwehr bei einem Hochwasser Leben retten und Katastrophengebiete versorgen.

„Die müssen das ganze Jahr hart trainieren. Und das neben den täglichen Einsätzen und regelmäßigen Übungen.“ Landesbranddirektor Dietmar Fahrafellner

Mit einer Fabelzeit von 4:59 Minuten bewältigte Oberfeuerwehrmann Manfred Pallinger von der Feuerwehr Allhartsberg vom Abschnitt Waidhofen/Ybbs Land die 1.200 Meter lange Strecke am schnellsten und ohne Fehler. Um am Siegespodest ganz oben zu stehen, musste die Holzzille auf der Donau – bei
einer Strömungsgeschwindigkeit von fünf Meter pro Sekunde – mit einem Schiffshaken 600 Meter stromaufwärts geschoben und stromabwärts gerudert werden. Beim Zillenfahren sind Kraft und Geschicklichkeit gefragt. Bei den Zillenmeisterschaften musste eine 1.200 Meter lange Strecke auf der Donau befahren werden. Dazu mussten die Feuerwehrmänner die Zille zunächst mit einem Schiffshaken stromaufwärts schieben und dann stromabwärts rudern. Unter den rund 1.500 Zillenbesatzungen waren nicht nur Einsatzkräfte, die neben der Donau oder einem anderen Fluss in Niederösterreich zu Hause sind, sondern Feuerwehren aus dem ganzen Land. Im Falle eines Hochwassers müssten nämlich auch sie mit der Zille ausrücken.

Auf der Strecke galt es dabei zudem mehrere Hindernisse zu bewältigen. Unter anderem die Aufnahme von treibenden Schwemmhölzern, die Fahrt durch eng gesetzte Torstangen oder eine vollständige Wende der Zille.

 

Bei der Siegerehrung am Sonntag in Ardagger zeigte sich NÖ Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner von den Top-Leistungen der Zillenfahrer aus den Reihen der Feuerwehren begeistert: „Die müssen das ganze Jahr hart trainieren. Und das neben den täglichen Einsätzen und regelmäßigen Übungen. Diese Bewerbe haben wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass auf die 98.000 freiwilligen Feuerwehrleute immer Verlass ist.“

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf brach bei der Siegerehrung eine Lanze für das freiwillige Feuerwehrwesen: „Die Schlagkraft und der persönliche Einsatz der freiwilligen Feuerwehrmitglieder ist beeindruckend. Sie sind ein Vorbild an persönlichem Engagement und gelebter Solidarität. Niederösterreich ist Weltmeister des Freiwilligenwesens. Darauf können wir stolz sein.“

Großes Lob für die tolle Organisation und Durchführung des Bewerbes kam nicht nur vom Bewerbsleiter Josef Angelmayer, sondern auch von den teilnehmenden Feuerwehrmitgliedern. Die Gesamtorganisation hatte Franz Pressl von der Feuerwehr Ardagger Markt über.