Fremdstoffe durch Gelben Sack deutlich reduziert. Umstellung erweist sich laut gda als Erfolg. Nur acht Prozent Fehlwürfe sind ein Spitzenwert in Niederösterreich.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 12. Juni 2019 (04:00)
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Beim Lokalaugenschein in der Mostviertel Abfall Service GmbH in Mauer (von links): gda-Vizeobmann Karl Huber, gda-Obmann Anton Kasser, Gottfried Bieglmayer, Geschäftsführer der Firma Reclay, FCC-Standortleiter Hermann Hirsch und gda-Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer.

Die Bilanz des Gemeinde Dienstleistungsverbandes (gda) über die Umstellung der Plastiksammlung auf den gelben Sack fällt nach einem Jahr positiv aus. „Es ging nicht ohne Schmerzen ab, aber inzwischen hat es eine Kehrtwendung in der öffentlichen Meinung gegeben, weil die Bevölkerung den Vorteil der Sammlung im Haushalt erkannt hat. Einige Hardliner, die nach wie vor dagegen sind, werden wir aber auch in 100 Jahren nicht überzeugen“, sagt Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Obmann des gda.

Schon jetzt ortet er eine bessere Qualität beim gesammelten Plastikabfall und das ist wichtig, weil der neue Kreislaufwirtschaftspakt der EU die Menge, die der Wiederverwertung zugeführt werden muss, gewaltig in die Höhe schrauben wird – von derzeit etwa 26 Prozent der in NÖ gesamt anfallenden 29.000 Tonnen auf 50 Prozent bis 2029. „Wir haben rund 20 Jahre gebraucht, um auf die 26 Prozent zu kommen. Nun müssen wir also in acht Jahren fast nochmal so viel schaffen“, sagt Kasser. Wie das gehen soll, ist unklar, eine österreichweite Strategie aber in Ausarbeitung. Ein wichtiger Schritt könnte der Umstieg auf Plastikmehrwegflaschen sein.

Abholung künftig an einem Tag

In Sachen gelber Sack kündigt Kasser an, dass die Abholung künftig an einem Tag erfolgen soll. „Ich verstehe die Kritik, wenn jemand am Montag den gelben Sack hinausstellt und er erst am Mittwoch abgeholt wird. Aber da sind wir dran, das wird sich ändern.“

Der Obmannstellvertreter des gda, Ernsthofens Bürgermeister Karl Huber, zog nochmals Bilanz der Umstellungsaktion. „Sie ist sehr professionell abgelaufen. Immerhin mussten rund 572.000 gelbe Säcke verteilt werden. Wir haben 1.748 Behälter eingesammelt und 1.320 an Gewerbebetriebe und Wohnhäuser mit mehr als sechs Wohneinheiten wieder ausgegeben. Natürlich wurden viele Behälter gereinigt und wiederverwendet.“ Dass das Thema „Gelber Sack“ ein emotionales war, zeigt die Telefonstatistik des gda. „Drei Mitarbeiter an der Servicehotline haben 4.000 Anrufer betreut“, berichtet Huber.

Eine erste konkrete Zahl über den Erfolg der Umstellung präsentiert Gottfried Bieglmayer von der Reclay UFH, die für die Müllsammlung im Bezirk zuständig ist. „Man kann bezüglich Qualität des Plastikabfalls jetzt schon sagen, dass sich der Restmüll und die Fehlwürfe auf acht Prozent reduziert haben. Das ist ein sehr guter Wert. NÖ-weit liegen wir bei 12 Prozent und österreichweit bei 16 Prozent.“ So gesehen habe man mit der Umstellung auf den Gelben Sack alles richtig gemacht.

Was sich Biglmayer wünscht, ist eine Verpflichtung der Wirtschaft, das Recyclingranulat auch tatsächlich für neue Produkte zu verwenden.

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