gda-Obmann Kasser zu Plastikmüll: „Pfand ist ein Muss“. Noch immer landen zu viele Plastikflaschen im Restmüll oder im Gelände. gda-Obmann Kasser fordert daher Pfand. Verband präsentiert auch neue Info-Kampagne.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 16. September 2020 (05:21)
Stellten die neue Informationskampagne des Gemeindeabfallverbandes vor, fordern die Bürger auf, Plastik zu vermeiden und freuen sich, dass die Corona-Ampel im Abfallbereich im Bezirk auf Grün steht (von links): Obmannstellvertreter Karl Huber, Obmann Anton Kasser und Obmannstellvertreterin Manuela Zebenholzer.
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Das wichtige Thema im Abfallbereich ist ohne Frage die Reduzierung des Plastikmülls. „Wir wollen es in jeder Lebenslage loswerden, deshalb haben wir auch die Initiative „PlastikLOS“ ins Leben gerufen. Der gda bietet ein eigenes Onlinetool, wo man Alternativen zu Plastikprodukten findet – etwa hölzerne Zahnbürsten – und auch selber Ideen zur Plastikvermeidung deponieren kann“, sagt die stellvertretende gda-Obfrau, Manuela Zebenholzer. Sie fordert die Bürger auf, genau darauf zu schauen, was sie in die Restmülltonne werfen. „Denn dort landen noch immer viele verwertbare Stoffe.“

Der Bezirk hat es heuer übrigens geschafft, die Recyclingquote beim gesamten Müllaufkommen auf über 70 Prozent zu steigern. Beim Kunststoffrecycling gibt es aber immer noch viel zu tun. „Da sind wir noch weit weg von dem Ziel, das es zu erreichen gilt“, sagt gda-Obmann Anton Kasser. Die EU-Vorgabe sieht für Plastikflaschen ja eine Sammelquote von 90 Prozent bis 2029 vor. „Um das zu schaffen, müssen wir in Richtung Pfand für Getränke-Einwegverpackung gehen. Das ist ein Muss, sonst ist das Erreichen dieser Vorgabe unmöglich“, sagt der gda-Obmann. Kasser ist davon überzeugt, dass man mit einem Pfand auf Plastikflaschen auch das Littering um 40 Prozent reduzieren könnte, denn Getränkeverpackungen machen den Großteil des Abfalls aus, der achtlos im öffentlichen Raum weggeworfen wird. Bis 2023 werden knapp 20 EU-Staaten ein Pfand auf Plastikflaschen einführen. Kasser hofft, dass Österreich dabei ist, und wirbt auch in seiner Funktion als Präsident der ARGE Österreichischer Abfallverbände dafür.

„Home is, wo mei Müll is ...“

„Home is, wo mei Müll is“, nennt sich eine neue Informationsoffensive des Gemeindedienstleistungsverbandes. „Diese Aktion ist für alle gedacht, die ihren Wohnort wechseln. Es ziehen ja immer wieder Leute aus anderen Bezirken oder auch aus dem nahen Oberösterreich zu, die unsere Sammelsituation nicht kennen, weil es da ja noch immer Unterschiede gibt“, sagt gda-Obmann Anton Kasser.

Alle Zuzügler bekommen daher mit der ersten Mülltonne ein Stoffsackerl, das – in Form einer Broschüre – alle Informationen über die Abfallwirtschaft im Bezirk und auch gleich eine Sammelbox für Altbatterien enthält. „Das diese getrennt gesammelt werden ist sehr wichtig, weil sie im Restmüll immer wieder Brände in den Müllsammelstellen verursachen“, sagt Kasser. Das Sackerl kann man sich übrigens auch wie einen Rucksack umhängen – ein Anreiz es weiterzuverwenden.

Der gda-Obmann verweist auch auf die gda-App, über die man bequem alle Abfall-Infos abrufen kann und natürlich auch die Sammeltermine. 3.428 Bürger nutzen sie bislang schon.

Dass die Abfallwirtschaft im Bezirk grundsätzlich gut aufgestellt ist, hat sie in der Corona-Krise bewiesen. „Die Aufrechterhaltung des Betriebs bei gleichzeitiger Sicherung der Gesundheit der Bevölkerung und unserer Mitarbeiter war unser Ziel und das ist uns auch gelungen“, sagt gda-Obmannstellvertreter Karl Huber. „Auch jetzt zeigt die Corona-Ampel bei der Müllentsorgung im Bezirk Grün. Wenn sie umspringt, werden wir aber wieder Maskenpflicht einführen und die Besucherzahl bei den ASZ einschränken, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren“, sagt Huber.

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