Gemeinden denken in Hinblick auf Glyphosat um. Sechs Gemeinden im Bezirk nutzen Glyphosat. Suche nach Alternativen läuft.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 30. April 2019 (04:30)
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Als Unkrautvernichtungsmittel ist Glyphosat zwar effizient, gleichzeitig aber auch aus gesundheitlicher Sicht umstritten. Deswegen denken immer mehr Gemeinden über einen Verzicht auf das chemische Pflanzengift nach.

Laut einer aktuellen Statistik von Greenpeace sollen im Bezirk noch 14 von 34 Gemeinden Glyphosat verwenden. Tatsächlich sind es aber nur noch sechs Kommunen. Denn Greenpeace vermerkt nur jene Ortschaften als glyphosatfrei, die einen offiziellen Beschluss aus dem Gemeinderat oder Ähnliches übermittelt haben. Wenn zum Beispiel nie Glyphosat verwendet wurde, wie in Weistrach, kann aber gar kein Beschluss zum Verzicht gefasst und übermittelt werden – die Gemeinde erscheint für Greenpeace also als „Umweltsünder“.

 28 Gemeinden ohne Glyphosat

 Bis zum Ende des Jahres wird sich diese Aufstellung womöglich noch einmal verändern, weil sich die sechs in der Grafik rot eingezeichneten Gemeinden nach Alternativen zur Unkrautbekämpfung umsehen. Hier bieten sich thermische Methoden, wie das Abflämmen, oder mechanische Hilfsmittel, wie Drahtbesen, oder andere Werkzeuge an.

In Viehdorf sollten die Glysophat-Restbestände laut Bürgermeister Franz Zehethofer bis Ende des Jahres aufgebraucht sein: „Wir haben schon einiges probiert. Für die Kiesflächen am Friedhof sind Methoden wie Flämmen oder Stahlbürsten schwer umsetzbar, weil sie einen Mehraufwand für die Gemeindemitarbeiter bedeuten“, sagt er und fügt hinzu „Für Nachhaltigkeit muss man einfach einen Mehraufwand in Kauf nehmen.“

In Oed-Öhling wird über kurz oder lang mit einem Verbot des Herbizids gerechnet. „Glyphosat wird derzeit in der Öffentlichkeit stark angeprangert. Ob ein Verbot eine gute Idee ist, muss jeder für sich entscheiden. Wir verwenden es im Gemeindegebiet fast nicht mehr, nur noch für Forstflächen bzw. Baumschutzgebiete“, sagt Vizebürgermeister Martin Kattner. Er hinterfragt auch, inwieweit alternative Unkrautvernichter umweltfreundlich sind.

NOEN

Dass vor allem in öffentlichen Bereichen, wo Kinder unterwegs sind, Glyphosat nicht verwendet wird, darauf legt Seitenstettens Bürgermeister Josef Spreitzer großen Wert. Auch in seiner Gemeinde werden Restbestände aufgebraucht. Eine Kehrmaschine und Unkrautbesen wurden bereits organisiert. Wir wollen auf Glyphosat verzichten, sobald ein passendes Ersatzmittel gefunden wurde. Das gibt es derzeit aber noch nicht.“ In Wolfs bach wird auch über einen Umstieg bei der Unkrautvernichtung nachgedacht. Eingesetzt wird es ohnehin nur in geringem Maß. Die Gemeinde St. Pantaleon-Erla befindet sich aktuell schon in der Umstellung: „Viele öffentliche Bereiche sind schon glyphosatfrei, der Friedhof aber noch nicht. Der Gemeinderatsbeschluss steht noch aus, aber wir probieren schon viele Methoden, wie Drahtbürsten, aus. Dabei arbeiten wir auch mit den Nachbargemeinden zusammen“, erklärt Amtsleiter Johannes Lehenbauer. Vor allem aufgrund der vielen Hausbrunnen will man auf den Einsatz von Pestiziden verzichten.

 „Verwenden es nur für das Notwendigste“

 „Ein Verbot wird künftig sicher kommen“, vermutet Johann Bachinger, Bürgermeister in Wallsee-Sindelburg. „Wir verwenden Glyphosat nur für das Notwendigste und sehen uns schon nach Alternativen um. Ich finde es aber schon etwas zweideutig, Glyphosat als krebserregend zu bezeichnen, wenn es im täglichen Leben bereits so viele Dinge gibt, die krebserregend sein sollen. Bei uns in Österreich ist die Lage sicher nicht so gravierend, weil wir viel kleinere Mengen an Glyphosat verwenden.“