Generation 2016 ist männlich. Trend zu mehr Buben: In 26 von 36 Gemeinden des Bezirks wurden 2016 mehr Babys geboren als im Jahr zuvor.

Von Daniela Führer. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:08)
www. BilderBox.com
In den meisten Gemeinden des Bezirks Amstetten gab es 2016 einen Geburtenzuwachs. Auffällig ist auch, dass überwiegend mehr Buben als Mädchen das Licht der Welt erblickten.

26 von 36 Gemeinden im Bezirk durften sich 2016 über steigende Geburtenzahlen freuen. Einen richtigen Babyboom gab es speziell in den Gemeinden St. Georgen/Reith und Wallsee-Sindelburg zu verzeichnen. Ein 1.300-prozentiges Geburtenplus von 0 auf 13 in der Gemeinde St. Georgen/Reith ist durchaus eine Besonderheit für die 560-Seelen-Gemeinde.

„Wir haben einfach einen sehr fruchtbaren Boden in St.Georgen/Reith“Bürgermeister Helmut Schagerl über die Geburtensteigerung von 0 auf 13 Babys

„Wir haben einfach einen sehr fruchtbaren Boden in St. Georgen/Reith“, kommentiert Bürgermeister Helmut Schagerl diesen hohen Wert. „Nein, es liegt einfach daran, dass wir sehr viele junge Familien in unserer Gemeinde haben. Zum einen Einheimische aus unserer Gemeinde oder Zuzügler aus umliegenden Gemeinden, und zum anderen leben bei uns 40 bis 50 Asylwerber – darunter viele Familien. Daher gab es voriges Jahr so viele Geburten.“

Wiederum um 93 Prozent mehr Babys als noch 2015 wurden auch in der Gemeinde Wallsee-Sindelburg geboren: Die Zahl stieg von 14 auf 27 Geburten. „Das ist natürlich sehr erfreulich und sicher auch ein Resultat des Zuzugs in den letzten Jahren. Es hat auch den Anschein, als ob die Familien wieder mehr Kinder wollten. Drei sind bei uns keine Seltenheit“, sagt Bürgermeister Hans Bachinger.

Rekordbruch in Behamberg

In Behamberg wurde sogar ein Rekord gebrochen: Mit 43 Neugeborenen im abgelaufenen Jahr schaffte die Gemeinde an der Grenze zu Oberösterreich dank starken Zuzugs eine noch nie da gewesene Geburtenzahl. „Sonst hatten wir immer unter 40 Geburten“, freut sich Bürgermeister Karl Stegh über die vielen neuen Gemeindebürger.

Aber auch in Ardagger wurde der höchste Geburtenwert seit 27 Jahren mit 51 Geburten im Jahr 2016 verzeichnet – 1989 waren es zuletzt 55 Kinder. „In den letzten 15 Jahren hatten wir ‚nur’ rund 37 Kinder pro Jahr. Ich freue mich riesig über diese Verjüngung und so viel Zukunft für Ardagger“, sagt Bürgermeister Johannes Pressl.

81,8 Prozent Buben in Ferschnitz geboren

In lediglich neun Gemeinden des Bezirks gab es Geburtenrückgänge, meist auch nur geringe. Ausreißer hierbei ist die Gemeinde Stadt Haag mit 30 Babys weniger als im Jahr 2015. Doch ein Blick auf die Geburtenstatistiken der Jahre zuvor relativiert dieses große Minus von 72 auf 42 Neugeborene. „2015 war ein besonderes Jahr aus Sicht der nackten Zahlen“, erklärt Gemeindemitarbeiter Herbert Stoschek. Dem Babyboom 2015 lagen aber mit 49 (2014) und 42 Babys (2013) ganz „normale“ Jahre voran. Der 2016er-Wert liegt somit auch wieder völlig im Schnitt.

Auffällig ist auch, dass 2016 deutlich mehr Buben als Mädchen geboren wurden. In 23 von 36 Gemeinden im Bezirk Amstetten überwog der Anteil der Burschen. Eklatant war das Verhältnis Buben zu Mädchen etwa in den Gemeinden Ferschnitz und Blindenmarkt. In Ferschnitz erblickten 2016 gar 81,8 Prozent (18 Buben stehen 4 Mädchen gegenüber), in Blindenmarkt immerhin 74 Prozent (20:7) Buben das Licht der Welt.

Weistrach war 2016 die „Mädchen-Hochburg“

Mädchen-„Hochburg“ wiederum war Weistrach mit 67 Prozent Mädchenanteil (16 Mädchen : 8 Buben).
Bei der Wahl der Vornamen gibt es einen immer stärker werdenden bunten Mix aus zum Teil wieder aufkommenden, traditionellen Vornamen, wie zum Beispiel Josef, und ganz ausgefallenen Vornamen. Kleine Kuriosität am Rande: In Biberbach zum Beispiel wurde gleich zu Jahresbeginn 2016 an zwei aufeinanderfolgenden Tagen der gleiche außergewöhnliche Name, wenn auch in unterschiedlicher Schreibweise, vergeben: „Ilvy“ und „Ylvie“ erblickten das Licht der Welt. Und mit Chloey, Travis, Gent, Kim oder Liam sind die beiden in bester, namenstechnisch außergewöhnlicher Gesellschaft.