GR-Wahl: Parteien im Glauben an Gewinne vereint. ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grüne rechnen sich allesamt Chancen auf Zugewinne bei der Gemeinderatswahl aus.

Von Peter Führer, Daniela Führer und Andreas Kössl. Erstellt am 17. September 2019 (03:47)
Wodicka; Foto-Montage Alex König
Wodicka; Foto-montage Alex König

Seit vergangener Woche steht fest: Am 26. Jänner 2020 finden in Niederösterreich die Gemeinderatswahlen statt. Die NÖN hörte sich bei den Bezirksobleuten der Parteien um, wie sich die Parteien präsentieren werden.

ÖVP
ÖVP-Bezirks-Obmann Andreas Hanger.

Die ÖVP, die 29 der 34 Bürgermeister im Bezirk Amstetten stellt, will laut ÖVP-Bezirksparteiobmann Andreas Hanger auf jeden Fall in allen Gemeinden noch dazu gewinnen: „Wir haben in jeder Gemeinde eine gute Organisation und haben meiner Einschätzung nach auch in allen Gemeinden gute Arbeit geleistet. Natürlich haben wir das Ziel, in jeder Gemeinde stärker zu werden“, sagt Hanger.

Was dafür spreche, erklärt er wie folgt: „In jeder Gemeinde arbeiten wir sehr nahe mit dem Bürger, das ist, glaube ich, unsere große Stärke.“ Die Listenerstellung laufe auf Gemeindeebene bereits sehr gut, sei aber noch nicht abgeschlossen. „Interessierte sind zur Mitarbeit sehr herzlich eingeladen“, erklärt der ÖVP-Bezirksparteiobmann.

„Ich bin im 64. Lebensjahr und möchte einfach wieder mehr Zeit für mich und meine Familie haben.“ Strengbergs Bürgermeister Roland Dietl (VP) kandidiert als einziger Ortschef nicht mehr.

Der einzige Bürgermeister im Bezirk Amstetten, der sich aus heutiger Sicht bei der Gemeinderatswahl 2020 übrigens nicht mehr zur Wahl stellt, ist Roland Dietl aus Strengberg (ÖVP): „Ich bin im 64. Lebensjahr und möchte einfach wieder mehr Zeit für mich und meine Familie haben“, erklärt Dietl seinen baldigen Abgang von der lokalen Polit-Bühne.

„Ich war zehn Jahre sehr gern Bürgermeister und davor fünf Jahre im Gemeindevorstand. Vor allem der persönliche Kontakt zu den Menschen und Projekte in die Wege zu leiten, das hat mir am meisten Spaß gemacht.“ Büromensch sei er aber nie gewesen, sondern „Landwirt aus Leidenschaft.“

In allen Gemeinden antreten will auch die SPÖ. Derzeit sind die Sozialdemokraten ja in allen Bezirksgemeinden vertreten, in Ennsdorf, St. Valentin, Amstetten, St. Georgen am Reith und Hollenstein stellt die Partei den Bürgermeister.

SPÖ
SP-Bezirks-Obfrau Ulrike Königsberger-Ludwig.

In diesen Gemeinden hofft man naturgemäß wieder auf Platz eins, in Amstetten strebt die SPÖ zudem die Rückgewinnung der Absoluten an. Derzeit befinde man sich noch bei der Finalisierung der Kandidatenlisten. „Wir führen schon sehr lange intensive Gespräche mit den Ortsorganisationen, die Listen sind aber noch nicht fixiert.

Es gibt auch Gemeinden, wo es etwas schwieriger ist, viele Kandidaten zu finden. In St. Pantaleon-Erla wollen wir den Bürgermeister zurückgewinnen. Wir haben ein super Team, daher ist das dort auch absolut möglich“, betont Bezirksobfrau Ulrike Königsberger-Ludwig.

Die FPÖ wird im Bezirk in allen Gemeinden antreten, in denen sie bereits im Gemeinderat vertreten ist – und mehr noch: „Fix stellen wir uns zudem noch in Zeillern, Winklarn und Ertl der Wahl“, erklärt FP-Regionalsprecher im Mostviertel, Alexander Schnabel. Kandidaturen in weiteren Gemeinden seien auch durchaus noch möglich. Die Kandidatenfindung laufe noch und es gäbe die ein oder andere aussichtsreiche Gemeinde, in der man Kandidaten finden möchte beziehungsweise sich schon in Gesprächen mit möglichen befindet. Als Ziel setzt sich die FPÖ im Bezirk einen Mandatszugewinn von aktuell 47 Mandaten (ohne Amstetten) auf 55.

Kössl
FP-Regionalsprecher Alexander Schnabel.

In der Bezirkshauptstadt Amstetten muss sich die Bezirks-FPÖ überhaupt zur Gänze neu formieren. Wie berichtet, wurden 2018 zunächst FPÖ-Mandatar Gernot Huber und heuer im Juni noch die übrigen fünf FPÖ Amstetten-Mandatare aus der Landes-Partei ausgeschlossen. Einzig Susanne Premm war in Amstetten zuletzt noch FPÖ-Gemeinderätin. Sie ist jedoch in der Vorwoche verstorben.

Im Oktober wird aus heutiger Sicht ein neuer Spitzenkandidat samt neuem Team für die FPÖ Amstetten der Öffentlichkeit vorgestellt. „Unseres Wissens treten in Amstetten bei der Gemeinderatswahl dieses Mal noch drei zusätzliche Listen an, unter anderem mit Ex-Funktionären von uns“, berichtet FPÖ-Regionalreferent im Mostviertel, Alexander Schnabel, auf Anfrage der NÖN.

„Das ist natürlich eine demokratische Entscheidung und der Wähler wird es am Ende entscheiden. Ich denke aber schon, wenn es so viele Listen gibt, dass man sich gegenseitig blockiert“, erklärt er seine Meinung dazu.

NÖN
Grüne-Bezirks-Sprecher Dominic Hörlezeder.

Bei den Grünen wird man im Wahlkampf auf die Themen Klima- und Umweltschutz setzen. Grünen-Bezirkssprecher Dominic Hörlezeder berichtet, dass er in vielen Gemeinden Gespräche führt, auch in solchen, in denen seine Partei nicht im Gemeinderat sitzt. „Ich spüre, dass das Interesse an ‚grünen‘ Themen größer wird, und es könnten auch einige neue Personen für uns antreten.

Für konkrete Verkündungen ist es aber noch zu früh.“ Bis Mitte Oktober habe man sich intern eine Deadline für die Kandidatenlisten gesetzt. Zeit hätte man theoretisch ja noch bis Mitte Dezember. Das Ziel der Grünen sei es, Umwelt- und Klimaschutz als „Zukunftsthemen Nummer eins“ zu verankern.

Umfrage beendet

  • Gemeinderatswahl 2020: Werdet ihr wählen gehen?