Große Sorge über ausbleibende Gäste. Neben den Umsatzeinbußen kämpfen Gastronomen mit umfangreichen Einschränkungen.

Von Hermann Knapp und Peter Führer. Erstellt am 01. Mai 2020 (04:58)
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Mostviertlwirtin Melitta Ott aus Seitenstetten freut sich schon darauf, ihre Gäste wieder bewirten zu dürfen und hofft, dass viele Menschen auch nach der Corona-bedingten Sperre ihren Stammlokalen die Treue halten.
Christa Aichinger

Auch in der Region freuen sich die Wirte, dass sie bald wieder aufsperren können. „Wie das mit dem Abstand und den Masken für die Mitarbeiter funktionieren soll, da sind viele aber noch skeptisch“, berichtet Wirtesprecherin Melitta Ott sen. vom Mostviertelwirt in Seitenstetten. Sie hat schon den Gastgarten hergerichtet. „Und viele Passanten sagen, wie sie sich darauf freuen, wieder zu uns zu kommen“, erzählt sie.

„Für die Kleinen wird das problematischer“

Ihr Gasthaus ist mit dem Saal so groß, dass sie trotz Abstandsvorschrift bis zu 150 Gäste aufnehmen könnte. „Für die Kleineren wird das natürlich problematischer. Wir müssen auch abwarten, wie viele Leute dann wirklich kommen. Aber ich hoffe, dass wir bald wieder zur Normalität zurückkehren.“ Den Gasthäusern entgehen durch Taufen, Erstkommunion, Firmung und Hochzeiten wichtige Einnahmen. Ott hofft aber, dass die Mostviertler, weil ja im Sommer die Feste entfallen, öfter zu denm Wirten gehen. „Ich bin da positiv gestimmt.“

Beim Landhaus Stift Ardagger, das Anfang des Jahres von der Familie Winter übernommen wurde, geht man nicht davon aus, dass die Umsätze bald in die Höhe schnallen werden. „Da sind wir nicht sehr optimistisch. Das ‚Geselligsein’ ist im Moment in Restaurants noch nicht möglich und damit werden auch weniger Gäste bei uns einkehren“, meint Valerie Winter. Außerdem geht die Gastronomin davon aus, dass das Arbeiten durch die Schutzmasken massiv erschwert wird. „Servieren und kochen war immer schon eine körperlich anstrengende Arbeit. Mit den Masken wird das schier unmenschlich.“

Dazu komme, dass durch den in Europa optisch ungewöhnlichen Mund-Nasen-Schutz der Wohlfühlfaktor der Gäste sinke. In den vergangenen Tagen konnte man dank Take-away-Karte und mit abholbaren Mittagsmenüs aber zumindest einige Gäste begrüßen – wenn auch nur am Telefon beziehungsweise bei der Abholung der Speisen. „Abgesehen davon haben wir die Zeit genutzt, um unsere Terrasse zu vergrößern und viele kleinere Arbeiten zu machen, die wir vorher aufgeschoben hatten“, berichtet Valerie Winter weiter.