„Impfung kann Leid ersparen“. Grippe? FSME? HPV? Welche Impfungen wichtig sind und wer besonders auf einen ausreichenden Schutz achten sollte.

Von Peter Führer. Erstellt am 11. Februar 2020 (02:55)
Impfen ist auch bei Erwachsenen ein Thema. Häufig fehlen Auffrischungsimpfungen.
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Gerade in Zeiten von Coronavirus und Grippewelle rücken Gesundheitsthemen vermehrt in den Vordergrund. Geht es um die Gesundheit, wird auch das Thema Impfen immer wieder heiß diskutiert. Das Land Niederösterreich will mit einer Kampagne das Bewusstsein über die Bedeutung von Impfungen wieder schärfen. „Impfungen gehören zu den größten medizinischen Errungenschaften. Die Wirksamkeit steht außer Frage, schwere Nebenwirkungen sind extrem selten. Impfungen sind absolut zu befürworten“, unterstreicht Ernst Derfler, praktischer Arzt in Seitenstetten. Zu den wichtigsten Impfungen gehören für Säuglinge etwa die Sechsfachimpfung gegen Diphterie, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Keuchhusten, Hämophilus Influenzae B Infektionen und gegen Leberentzündung B. Derfler betont, dass auch die weiteren vorgesehenen Impfungen für einen wirksamen Schutz sorgen. „Für extrem wichtig halte ich die Masern-Mumps-Röteln-Impfung. Masern sind extrem ansteckend, häufig kommt es zu schweren Komplikationen“, führt er aus.

Speziell bei einer Rötelninfektion in der Schwangerschaft bestehe ein großes Missbildungsrisiko. Auch der HPV-Impfung misst Derfler große Bedeutung zu. „Die ‚Human Papilloma Viren‘ sind bei der Frau die häufigste Ursache für Gebärmutterhalskrebs. Wichtigen Schutz bietet auch die FSME-Impfung. 2018 erkrankten 154 Personen in Österreich an einer Hirnhautentzündung nach Zeckenbiss (FSME). Fünf von ihnen starben. Eine Impfung hätte mit größter Wahrscheinlichkeit geschützt“, erklärt Derfler.

Personen, die sich für eine Grippeimpfung entschieden, haben – so führt der Arzt aus – oft einen kompletten Schutz vor der Erkrankung. Sonst seien bei Geimpften wesentlich mildere Verläufe zu beobachten. Besonders empfohlen wird diese Impfung für Personen über 60 Jahre, für Schwangere ab dem 6. Monat, und für chronisch oder schwer kranke Menschen. „Für den Einzelnen bedeuten Impfungen Schutz vor vielen schweren Krankheiten. Wenn Kinder oder Angehörige schwerst erkranken oder sogar sterben, bedeutet das für die Familie oft unsägliches Leid. Vieles davon könnte durch Impfungen vermieden werden“, argumentiert Derfler. Er weist auch darauf hin, dass Auffrischungen, vor allem bei Wundstarrkrampf, Zeckenimpfung, Keuchhusten und Lungenentzündung von zentraler Bedeutung sind.

Hygiene bietet ebenfalls wichtigen Schutz

„Gerade in der jetzigen Grippezeit ist es auch sehr wichtig, an einige hygienische Maßnahmen wie Händewaschen, speziell vor dem Essen, zu denken. Auch eine gelegentliche Händedesinfektion stellt eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme dar“, gibt Derfler weitere Tipps.

Vor allem bei Berufsgruppen, die oftmals mit anderen Menschen in Kontakt stehen, empfiehlt sich der genaue Blick auf den Impfschutz. Dazu gehören unter anderem Lehrer. „Ja, es ist aus meiner Sicht sehr wichtig, sich zu impfen. Es gibt auch Impfaktionen an Schulen, die von den Lehrern sehr gut angenommen werden“, erklärt Martin Traxler, Vertreter für Pflichtschullehrer im Mostviertel. Er ortet bei seinen Kollegen viel Verantwortungsbewusstsein. „Da gibt es sicher kaum ‚schwarze Schafe‘. Es kann schon eher bei – wenigen – Kindern und Jugendlichen vorkommen, dass da der eine oder andere nachlässig mit dem Thema umgeht. Der Großteil ist aber auf jeden Fall auch hier sehr diszipliniert.“

Früher, als die Impfungen noch alle an den Schulen und im Beisein des Amtsarztes durchgeführt wurden, wäre man allerdings noch konsequenter gewesen. Diese Aktionen gibt es in diesem Ausmaß heute nicht mehr. „Bei den Kindern haben wir daher nicht mehr die hundertprozentige Impfquote. Heute weiß man nicht immer, wer geimpft wurde und wer nicht“, erklärt Traxler.

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